Unter Verdacht (1)
Jana schnupperte an ihrem linken Handgelenk. Ein Duft nach grünem Gras mit einem Hauch Zitrone stieg ihr in die Nase.
"Verflixt, welches war das noch mal?"
Sie drehte sich zu den Regalen um, in denen Parfumflakons in allen Farben und Größen standen. In der letzten Viertelstunde hatte sie mindestens zwanzig Fläschchen aufgeschraubt, daran gerochen, die meisten sofort wieder zugeschraubt. Kitschig-süß, seifig wie Waschpulver oder einfach langweilig. Nur wenige Düfte sprühte sie vorsichtig auf verschiedenen Hautstellen an Hand und Unterarm.
Die Verkäuferin beobachtete sie von der Kasse aus misstrauisch. Jana lächelte ihr zu.
Gras und Zitrone, ein frischer Duft nach Natur und Sommer. Das war das richtige Parfum für ihre Mutter. Drei Tage bis zum Geburtstag, höchste Zeit für ein Geschenk.
Das hier im blassgelben Karton könnte es gewesen sein. Unschlüssig nahm Jana ein Eau de Toilette in die Hand. Ihre Nase streikte, konnte keine Aromen mehr auseinander halten. Sie brauchte einen Luftwechsel, nachher würde sie sich entscheiden. Der Karton landete wieder im Regal.
Die Verkäuferin hatte eine ältere Kundin bedient und starrte Jana hinterher, als sie weiter durch die Kaufhausgänge schlenderte.
Ein Wühltisch neben der Schmuckabteilung hielt sie erneut auf. Ohrstecker, schwarze Kordeln mit großen Glasperlen, Uhrenarmbänder, Steinketten. Jana arbeitete sich systematisch durch die Restposten. Da sollte doch etwas für den Geschmack und den Geldbeutel einer Fünfzehnjährigen dabei sein. Sie hielt ein paar silberne Creolen in die Luft - mindestens sechs Zentimeter Durchmesser, Wahnsinn - und stutzte.
Eine junge Frau, vielleicht Ende Zwanzig, Anfang Dreißig, machte sich an einer Uhrenvitrine zu schaffen. Sie schaute sich kurz um, fummelte am unteren Rand, wo das Schloss saß und öffnete die Vitrine einen Spalt. Gerade genug, um mit einer schwarz behandschuhten Hand hineinzulangen.
(Fortsetzung folgt)
"Verflixt, welches war das noch mal?"
Sie drehte sich zu den Regalen um, in denen Parfumflakons in allen Farben und Größen standen. In der letzten Viertelstunde hatte sie mindestens zwanzig Fläschchen aufgeschraubt, daran gerochen, die meisten sofort wieder zugeschraubt. Kitschig-süß, seifig wie Waschpulver oder einfach langweilig. Nur wenige Düfte sprühte sie vorsichtig auf verschiedenen Hautstellen an Hand und Unterarm.
Die Verkäuferin beobachtete sie von der Kasse aus misstrauisch. Jana lächelte ihr zu.
Gras und Zitrone, ein frischer Duft nach Natur und Sommer. Das war das richtige Parfum für ihre Mutter. Drei Tage bis zum Geburtstag, höchste Zeit für ein Geschenk.
Das hier im blassgelben Karton könnte es gewesen sein. Unschlüssig nahm Jana ein Eau de Toilette in die Hand. Ihre Nase streikte, konnte keine Aromen mehr auseinander halten. Sie brauchte einen Luftwechsel, nachher würde sie sich entscheiden. Der Karton landete wieder im Regal.
Die Verkäuferin hatte eine ältere Kundin bedient und starrte Jana hinterher, als sie weiter durch die Kaufhausgänge schlenderte.
Ein Wühltisch neben der Schmuckabteilung hielt sie erneut auf. Ohrstecker, schwarze Kordeln mit großen Glasperlen, Uhrenarmbänder, Steinketten. Jana arbeitete sich systematisch durch die Restposten. Da sollte doch etwas für den Geschmack und den Geldbeutel einer Fünfzehnjährigen dabei sein. Sie hielt ein paar silberne Creolen in die Luft - mindestens sechs Zentimeter Durchmesser, Wahnsinn - und stutzte.
Eine junge Frau, vielleicht Ende Zwanzig, Anfang Dreißig, machte sich an einer Uhrenvitrine zu schaffen. Sie schaute sich kurz um, fummelte am unteren Rand, wo das Schloss saß und öffnete die Vitrine einen Spalt. Gerade genug, um mit einer schwarz behandschuhten Hand hineinzulangen.
(Fortsetzung folgt)
Uta-Traveller - 22. November, 20:06

