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Sonntag, 22. November 2009

Unter Verdacht (1)

Jana schnupperte an ihrem linken Handgelenk. Ein Duft nach grünem Gras mit einem Hauch Zitrone stieg ihr in die Nase.
"Verflixt, welches war das noch mal?"
Sie drehte sich zu den Regalen um, in denen Parfumflakons in allen Farben und Größen standen. In der letzten Viertelstunde hatte sie mindestens zwanzig Fläschchen aufgeschraubt, daran gerochen, die meisten sofort wieder zugeschraubt. Kitschig-süß, seifig wie Waschpulver oder einfach langweilig. Nur wenige Düfte sprühte sie vorsichtig auf verschiedenen Hautstellen an Hand und Unterarm.
Die Verkäuferin beobachtete sie von der Kasse aus misstrauisch. Jana lächelte ihr zu.
Gras und Zitrone, ein frischer Duft nach Natur und Sommer. Das war das richtige Parfum für ihre Mutter. Drei Tage bis zum Geburtstag, höchste Zeit für ein Geschenk.
Das hier im blassgelben Karton könnte es gewesen sein. Unschlüssig nahm Jana ein Eau de Toilette in die Hand. Ihre Nase streikte, konnte keine Aromen mehr auseinander halten. Sie brauchte einen Luftwechsel, nachher würde sie sich entscheiden. Der Karton landete wieder im Regal.
Die Verkäuferin hatte eine ältere Kundin bedient und starrte Jana hinterher, als sie weiter durch die Kaufhausgänge schlenderte.
Ein Wühltisch neben der Schmuckabteilung hielt sie erneut auf. Ohrstecker, schwarze Kordeln mit großen Glasperlen, Uhrenarmbänder, Steinketten. Jana arbeitete sich systematisch durch die Restposten. Da sollte doch etwas für den Geschmack und den Geldbeutel einer Fünfzehnjährigen dabei sein. Sie hielt ein paar silberne Creolen in die Luft - mindestens sechs Zentimeter Durchmesser, Wahnsinn - und stutzte.
Eine junge Frau, vielleicht Ende Zwanzig, Anfang Dreißig, machte sich an einer Uhrenvitrine zu schaffen. Sie schaute sich kurz um, fummelte am unteren Rand, wo das Schloss saß und öffnete die Vitrine einen Spalt. Gerade genug, um mit einer schwarz behandschuhten Hand hineinzulangen.

(Fortsetzung folgt)

Samstag, 21. November 2009

Ansichten eines Gartenzwergs (3)

.
Ich glaube es kaum. In einem Monat ist Winteranfang.
Gut, der Garten hat seine Herbstfarben verloren, da leuchtet nichts mehr in Gelb oder Rot. Die Blätter des Apfelbaums liegen matschig-braun auf der Wiese und die Stiele vom Phlox strecken sich als Gerippe in die Luft.
Aber Temperaturen haben wir wie im September. Milde Was-weiß-ich-wieviel-über-zehn-Grad. Trocken ist es, auch wenn die Sonne sich heute hinter grauen Schleiern verbirgt. Gutes Wetter für Gartenarbeit.
Und in meinem Garten wäre noch viel zu tun, bevor er in den Winterschlaf fällt. Eigentlich.
Rundum sind die Nachbarn fleißig, rechen letztes Laub vom Rasen, schneiden Stauden zurück, zupfen Unkraut aus den Beeten.
Überall, nur nicht bei mir. Es ist eine Schande!
Ich bin ein ordentlicher Gartenzwerg. Die Zipfelmütze sitzt gerade auf dem Kopf, mein Bart ist glatt gebürstet und den Moosfleck auf meiner grünen Hose kann man fast nicht sehen.
Aber was sollen die Leute von mir denken? Die sehen doch nur das wüste Durcheinander um mich herum. Verblühte Sommerheide und verdorrte Zierlauchstängel, vom ersten Bodenfrost erlegte Impatiens - Verzeihung, Fleißige Lieschen - und überall dieses hinterhältige Springkraut. Es ist eine Schande! Das sagte ich bereits.
Man kann sich seine Menschen leider nicht aussuchen. Die Nachbarn, ja, die wären was für mich. Gerade jagt er mit dem Laubbläser alles vom Pflaster, was dort nicht hingehört, und sie schneidet und häckselt, was das Zeug hält.
Lärmbelästigung? Ich bitte Sie! Wo gehobelt wird, fallen Späne und Ordnung hat nun mal ihren Preis. Die Beete schauen anschließend aus wie geleckt. Das lob ich mir!
Wie? Was? Igel? Winterquartier? Stimmt, bei uns treibt der sich immer unter den Büschen hinterm Kompost herum. Weil da so viel Laub und Gestrüpp liegt. Und die Meisen picken an den vertrockneten Blütenständen, die den Garten verschandeln.
Naturschutz? So kann man das auch nennen. Billige Ausrede. Ich sage dazu Faulheit.
Sie schütteln den Kopf? Wachsen und wachsen lassen? Ich rede mir die Keramik-Lippen fusselig, dabei sind Sie genau so ein Dem-Garten-seine-Freiheit-Typ wie meine Menschen.
Ich sehe schon, wenn ich nicht in Zaunwinde und Giersch versinken will, muss ich in den Nachbargarten auswandern.

Freitag, 20. November 2009

Was sagen euch ...

"Federwelt" und "Uschtrin Verlag" ?

Ich möchte heute mal ein bisschen Werbung machen. Vielleicht erzähle ich euch nichts Neues, aber ich tu es trotzdem.

"Federwelt" ist eine Zeitschrift für AutorInnen, die alle zwei Monate erscheint.
Ich habe sie seit drei Jahren abonniert. Jedes Heft hat ein Schwerpunktthema und verschiedene regelmäßige Rubriken. Tipps zum Schreiben finden sich genauso wie Termine von Wettbewerben und Stipendien. Dazu werden in jeder Ausgabe ein paar Prosatexte und Gedichte veröffentlicht.
Eine informative und spannende Mischung, finde ich, die ich jedes Mal zügig verschlinge.

Der "Uschtrin Verlag" hat außerdem eine vielseitige Homepage mit einer großen Übersicht über Ausschreibungen, Adressen und allerhand, was als AutorIn nützlich ist. Dort kann man auch die "Federwelt" bestellen.

Wie haltet ihr es mit Informationen rund ums Schreiben? Rund um den Buchbetrieb?
Das würde mich jetzt mal interessieren.

Ein schönes Wochenende wünscht
Uta

Donnerstag, 19. November 2009

Ja ist denn heut' schon Weihnachten?

Für mich schon ! *hüpfundspring*

Heute Mittag kam nämlich ein Nachnahme-Päckchen mit der Post. Mein Weihnachts- und Geburtstagsgeschenk (der Vorteil, wenn man direkt nach Weihnachten Geburtstag hat: man kann sich auch mal was Größeres wünschen).

Schau mir in die Linse, Kleines !



Darf ich vorstellen: Canon PowerShot SX 20 IS

Eine Freundin hat irgendwie den Anstoß gegeben zu meinem Wunsch, weil im Sommer ihre Digi kaputt ging und sie sich nach einer neuen umschaute.

So gut die Bilder sind, die unsere acht Jahre alte Nikon macht, zwei Dinge haben mich immer mehr gestört.
Erstens sind die Geschwindigkeiten beim Einschalten, Auslösen, Wieder-bereit-sein, etc. eher Langsamkeiten.
Und das optische Zoom ist nur ein dreifaches (war halt damals so). Also komme ich an viele Viecher nicht nah genug ran, um sie bildfüllend aufzunehmen.

Also hab ich mir überlegt:
Erstens ist das eh Holgers Digi ;-) und ich muss ja zweitens nicht warten, bis sie kaputt geht.
Wunsch laut ausgesprochen, Holger-Schatz hat sich durch Testberichte gelesen und mir dann die Ergebnisse gezeigt.
Da war die Canon ganz vorne dabei und das Preis-Leistungs-Verhältnis sah gut aus.
Internet brachte dann auch ein gutes Angebot und wir haben bestellt per Nachnahme.

Eigentlich müsste ich ja das schöne Stück bis Weihnachten wieder einpacken und im Schrank verstecken. Aber ich glaube, das bekomme ich nicht fertig.
Ich muss sie einfach ausprobieren, lese gerade im Handbuch (pdf-Datei auf CD), will natürlich in den nächsten Tagen erst mal einiges ausprobieren.

Auf jeden Fall bin ich happy ohne Ende !!! Was für ein Luxus !!!

Also ist heute nix mit Schreiben, dafür gibt's bestimmt in den nächsten Tagen ein paar Bilder.

Mittwoch, 18. November 2009

zurück von einer Vernissage

Ihr erinnert euch: ich hatte mich getraut, mich letztens für eine Gemeinschaftsausstellung eines Kunstvereins hier in der Nähe anzumelden. Meine Bilder waren zwar nicht dabei (nur 40% der eingereichten Werke konnten auch aufgehängt werden und die Auswahl war super), dadurch bin ich aber im Verteiler der Einladungen gelandet.

Und heute war ich mit einer Freundin auf der Vernissage einer neuen Ausstellung des Kunstvereins.
Die abstrakten Arbeiten zweier Künstlerinnen werden ausgestellt.

Heike Kehres-Woost arbeitet vornehmlich mit Eisenplatten, Schiefer, Holz und Pigmenten, was spannende Bilder und Objekte ergibt, ebenfalls Strukturen und eine ganz eigene Farbpalette.

Ursula Wiesemes arbeitet mit Acryl auf Leinwand, schöpft bei Farben aus dem Vollen und schafft Strukturen, die ausgesprochen lebendige und anregende Bilder ergeben.

Zwei sehr unterschiedliche Künstlerinnen, auch in ihrem Werdegang und im Alter. Und doch passen die Werke gut zueinander und ergänzen sich.

Eine anregende Vernissage (bald ist Wochenende und ich habe wieder Zeit zum Malen), ein schöner Abend mit einer Freundin und als wir gingen der Zuruf von der Organisatorin: "Bis zum nächsten Mal."
Dem haben wir gerne zugestimmt.

Dienstag, 17. November 2009

Regenland

.
verschwommen
die Farben
der Blick
ertränkt in
Himmelgrau
das in die
Seele tropft

leg den
Kopf zurück
öffne die
Augen weit
hinter den Wolken
lichtet das
Leben


angeregt durch das Bild "Regenland"

Montag, 16. November 2009

Ein paar Stichworte

.
T ag der Toleranz

O ffenheit fördert sie

L eben mit einer

E instellung gestützt auf

R espekt gegenüber anderen

A nerkennung aller Kulturen

N otwendig für unsere Welt

Z uhören und handeln


Die UNESCO hat 1995 eine "Erklärung von Prinzipien der Toleranz" verabschiedet und den 16. November zum "Internationalen Tag für Toleranz" erklärt.

Sonntag, 15. November 2009

Alle Jahre wieder ...



Traditionen soll man pflegen,
grade auch der Kinder wegen,
und so macht in jedem Jahr
ein Sankt-Martins-Zug sich klar.

Kinder zieh'n Laternen schwingend,
schwatzend, lachend, Lieder singend
durch das Dorf von Tür zu Tür.
Süßigkeiten gibt's dafür.

Wettergott ist gut gelaunt,
mild und trocken ist's, man staunt.
Und so wandern alle leicht,
bis das Sängerheim erreicht.

Bollerwagen voller Beute,
einundvierzig Kinder heute.
Helfer sind herbei geeilt,
alles wird gerecht geteilt.

Kinder können unterdessen
ihre Stutenkerle essen,
nehmen schließlich gar nicht bang
Sängerlohn gern in Empfang.

Langsam leert sich dann der Saal.
Müde sind sie allemal.
Und im nächsten Jahr, ganz groß,
zieh'n sie sicher wieder los.


am Freitagabend war beim uns im Dorf Martinszug
organisiert vom Dorfverein
das Gedicht steht jetzt auf der Dorfhomepage mit ein paar Bildern dazu

Auf Travellers Pfaden

unterwegs durch Prosa und Lyrik

Wolkenlicht und Meeresatem

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... können am einfachsten über mich bestellt werden. Auf Wunsch signiere ich sie gerne. Schickt mir einfach eine Mail an: uta (ät) loeskenweb (punkt) de

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Zuletzt aktualisiert: 22. November, 22:59

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