Wo bleibt die Zeit? - unsortierte Gedanken (Teil 3)
Für die Physiker ist die Zeit die vierte Dimension, eine Koordinate wie die drei Raumachsen der Länge, Breite und Höhe. Zur Beschreibung eines Punktes braucht man seine Raumkoordinaten und eine Zeitangabe. So einfach ist das. Mathematisch gesehen. Aber sich das vorzustellen, einen Raum in der Zeit, das ist nicht so einfach.
Länge, Breite, Höhe messen wir mit demselben Maß, mit dem Meter. Für die Zeit gibt es eine ganz andere Einheit, die Sekunde, und eine ganz andere Messmethode. Es wäre einfach, könnte man die Zeit mit dem Zollstock bestimmen, genauso wie die Länge einer Straße, die Breite eines Hauses, die Höhe eines Tisches.
Aber für uns Menschen ist Zeit etwas ganz anderes als räumliche Ausdehnungen. Vielleicht fällt den meisten deshalb so schwer, Einsteins Relativitätstheorie zu verstehen. Abgesehen von der doch recht komplexen Mathematik, die zu ihrer Beschreibung notwendig ist. Die Vorstellungen dieser Theorie reichen weit hinaus über unseren Erfahrungshorizont. Deshalb sind wir nur ganz normale Menschen und Einstein war ein Genie.
Wo bleibt die Zeit? Wenn sie eine physikalische Dimension ist, ist sie immer da. Sie verschwindet nicht, sie währt dauerhaft. Dann müsste die Frage allerdings anders gestellt werden: Wo bleiben wir in der Zeit?
Gemessen am Alter der Erde, gemessen am Alter des Universums, ist die Menschheit eine verschwindend kurze Spanne auf der Zeitachse unterwegs. Und gemessen am Alter der Menschheit lebt jeder Mensch kürzer als eine Eintagsfliege. Und doch nehmen wir uns so wichtig, sehen uns als Krone der Schöpfung. Welche Einbildung, welche Arroganz.
Auch wenn wir in der Schule - in Erdkunde, Biologie und Geschichte - über die Entwicklung des Menschen, über sein Dasein auf der Erde von den Anfängen bis heute hören, lesen, lernen, so hat wohl jeder von uns seine eigene, ganz persönliche Zeitachse in sich.
Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft: Wir gliedern diese Koordinatenachse nach einem sich ständig verschiebenden Nullpunkt, dem Jetzt. Vergangenheit ist alles, was vor dem Jetzt liegt, was geschehen ist, an was wir uns erinnern - wenn wir uns erinnern können oder wollen. Zukunft ist das Unbekannte vor uns, was geschehen wird, was wir uns vorstellen, aber was wir nicht kennen können. Und dieses Nichts dazwischen, dieses Weniger-als-ein-Augenblick, nennen wir Gegenwart und nehmen es ungeheuer wichtig.
Dabei ist es kaum gedacht, schon vorbei, ist die Gegenwart zur Vergangenheit geworden und die Zukunft hat sich bereits zur Gegenwart gewandelt.
Vielleicht haben wir deshalb das Gefühl, die Zeit fließe, bewege sich, ziehe an uns vorbei. Von der Zukunft über die Gegenwart in die Vergangenheit. Vielleicht fragen wir uns deshalb immer wieder:
Wo bleibt die Zeit?
© U.L., Dezember 2005
Länge, Breite, Höhe messen wir mit demselben Maß, mit dem Meter. Für die Zeit gibt es eine ganz andere Einheit, die Sekunde, und eine ganz andere Messmethode. Es wäre einfach, könnte man die Zeit mit dem Zollstock bestimmen, genauso wie die Länge einer Straße, die Breite eines Hauses, die Höhe eines Tisches.
Aber für uns Menschen ist Zeit etwas ganz anderes als räumliche Ausdehnungen. Vielleicht fällt den meisten deshalb so schwer, Einsteins Relativitätstheorie zu verstehen. Abgesehen von der doch recht komplexen Mathematik, die zu ihrer Beschreibung notwendig ist. Die Vorstellungen dieser Theorie reichen weit hinaus über unseren Erfahrungshorizont. Deshalb sind wir nur ganz normale Menschen und Einstein war ein Genie.
Wo bleibt die Zeit? Wenn sie eine physikalische Dimension ist, ist sie immer da. Sie verschwindet nicht, sie währt dauerhaft. Dann müsste die Frage allerdings anders gestellt werden: Wo bleiben wir in der Zeit?
Gemessen am Alter der Erde, gemessen am Alter des Universums, ist die Menschheit eine verschwindend kurze Spanne auf der Zeitachse unterwegs. Und gemessen am Alter der Menschheit lebt jeder Mensch kürzer als eine Eintagsfliege. Und doch nehmen wir uns so wichtig, sehen uns als Krone der Schöpfung. Welche Einbildung, welche Arroganz.
Auch wenn wir in der Schule - in Erdkunde, Biologie und Geschichte - über die Entwicklung des Menschen, über sein Dasein auf der Erde von den Anfängen bis heute hören, lesen, lernen, so hat wohl jeder von uns seine eigene, ganz persönliche Zeitachse in sich.
Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft: Wir gliedern diese Koordinatenachse nach einem sich ständig verschiebenden Nullpunkt, dem Jetzt. Vergangenheit ist alles, was vor dem Jetzt liegt, was geschehen ist, an was wir uns erinnern - wenn wir uns erinnern können oder wollen. Zukunft ist das Unbekannte vor uns, was geschehen wird, was wir uns vorstellen, aber was wir nicht kennen können. Und dieses Nichts dazwischen, dieses Weniger-als-ein-Augenblick, nennen wir Gegenwart und nehmen es ungeheuer wichtig.
Dabei ist es kaum gedacht, schon vorbei, ist die Gegenwart zur Vergangenheit geworden und die Zukunft hat sich bereits zur Gegenwart gewandelt.
Vielleicht haben wir deshalb das Gefühl, die Zeit fließe, bewege sich, ziehe an uns vorbei. Von der Zukunft über die Gegenwart in die Vergangenheit. Vielleicht fragen wir uns deshalb immer wieder:
Wo bleibt die Zeit?
© U.L., Dezember 2005
Uta-Traveller - 21. Februar, 19:36

