Verspielt (5)
"Schon wieder in den Knast!"
Dirk stöhnte und setzte seine grüne Spielfigur in das Monopoly-Gefängnis.
"Bin ich eigentlich der Einzige, dem das passiert? Mir ist es ein Rätsel, warum ihr immer nur zu Besuch vorbei kommt."
Er schaute Trost heischend zu Corinna. Die würfelte gerade, zog sieben Felder weiter und jubelte: "Schlossallee! Schlossallee!"
Blitzschnell zählte sie Geld ab, nahm von Heike die Besitzkarte entgegen und erklärte:
"Ich baue Häuser. Je zwei auf die Parkstraße und die Schlossallee. Und dann werden wir sehen, wer zuerst Miete zahlen muss."
Sie zwinkerte Manfred zu, dessen Spielfigur nur wenige Felder von Corinnas Besitztümern entfernt stand.
"Übernimm dich nicht", zischte Heike, zählte sorgfältig das Geld und warf der früheren Freundin vier kleine, grüne Häuschen hin.
"Hättest doch mitspielen sollen", meinte die, stellte die Klötzchen in eine Reihe und reichte die Würfel an Manfred weiter.
Eine Weile hörte man nur das Klicken der Würfel und das Tippen der Spielfiguren. Ab und zu ein "Ich kaufe" oder "Miete bitte". Dirk wanderte aus dem Gefängnis auf ein Gemeinschaftsfeld, sollte seine Häuser renovieren und lachte, weil er noch keine besaß.
Die Weinflasche leerte sich schnell und Manfred öffnete eine neue.
"Wie lange wollen wir eigentlich spielen?", wollte Heike wissen. "Wir haben gar nichts ausgemacht."
"Bis ich gewonnen habe", kokettierte Corinna. "Oder muss einer von euch morgen früh aus den Federn?"
Dirk und Manfred schüttelten den Kopf. Heike seufzte.
"Sagt mal, hat das immer schon so lange gedauert? Haben wir uns wahrhaftig die Nächte um die Ohren geschlagen für ein albernes Spiel?"
"Haben wir. Früher haben wir dabei von der Zukunft geträumt", sagte Dirk. "Von unseren Karrieren und wie wir die Welt verändern wollen."
"Und dann hat die Welt uns verändert", ergänzte Manfred bitter. "Abschied von all den Träumen und hehren Zielen. Puff, und schon bist du in der Wirklichkeit angekommen."
"Ist aber eine recht komfortable Wirklichkeit, oder?", fragte Corinna und sah sich im Raum um.
Manfred nickte. "Um den Preis von viel Stress, wenig Freizeit und noch weniger Freiheit."
Er sah Corinna direkt in die Augen.
"Ich glaube, du hast das besser gemacht als wir."
Mit einem Klirren zerbarst Heikes Weinglas auf dem Schieferboden.
Dirk stöhnte und setzte seine grüne Spielfigur in das Monopoly-Gefängnis.
"Bin ich eigentlich der Einzige, dem das passiert? Mir ist es ein Rätsel, warum ihr immer nur zu Besuch vorbei kommt."
Er schaute Trost heischend zu Corinna. Die würfelte gerade, zog sieben Felder weiter und jubelte: "Schlossallee! Schlossallee!"
Blitzschnell zählte sie Geld ab, nahm von Heike die Besitzkarte entgegen und erklärte:
"Ich baue Häuser. Je zwei auf die Parkstraße und die Schlossallee. Und dann werden wir sehen, wer zuerst Miete zahlen muss."
Sie zwinkerte Manfred zu, dessen Spielfigur nur wenige Felder von Corinnas Besitztümern entfernt stand.
"Übernimm dich nicht", zischte Heike, zählte sorgfältig das Geld und warf der früheren Freundin vier kleine, grüne Häuschen hin.
"Hättest doch mitspielen sollen", meinte die, stellte die Klötzchen in eine Reihe und reichte die Würfel an Manfred weiter.
Eine Weile hörte man nur das Klicken der Würfel und das Tippen der Spielfiguren. Ab und zu ein "Ich kaufe" oder "Miete bitte". Dirk wanderte aus dem Gefängnis auf ein Gemeinschaftsfeld, sollte seine Häuser renovieren und lachte, weil er noch keine besaß.
Die Weinflasche leerte sich schnell und Manfred öffnete eine neue.
"Wie lange wollen wir eigentlich spielen?", wollte Heike wissen. "Wir haben gar nichts ausgemacht."
"Bis ich gewonnen habe", kokettierte Corinna. "Oder muss einer von euch morgen früh aus den Federn?"
Dirk und Manfred schüttelten den Kopf. Heike seufzte.
"Sagt mal, hat das immer schon so lange gedauert? Haben wir uns wahrhaftig die Nächte um die Ohren geschlagen für ein albernes Spiel?"
"Haben wir. Früher haben wir dabei von der Zukunft geträumt", sagte Dirk. "Von unseren Karrieren und wie wir die Welt verändern wollen."
"Und dann hat die Welt uns verändert", ergänzte Manfred bitter. "Abschied von all den Träumen und hehren Zielen. Puff, und schon bist du in der Wirklichkeit angekommen."
"Ist aber eine recht komfortable Wirklichkeit, oder?", fragte Corinna und sah sich im Raum um.
Manfred nickte. "Um den Preis von viel Stress, wenig Freizeit und noch weniger Freiheit."
Er sah Corinna direkt in die Augen.
"Ich glaube, du hast das besser gemacht als wir."
Mit einem Klirren zerbarst Heikes Weinglas auf dem Schieferboden.
Uta-Traveller - 1. Juli, 19:56

