Verspielt (6)
"Ich könnte kotzen!"
Heike war aufgesprungen und hatte dabei ihr Glas umgestoßen. Der Rotwein bildete eine blutige Lache auf den Steinfliesen.
"Du hast schon damals alles kaputt gemacht", fuhr sie Corinna an und schlug mit der Hand auf die Lehne der Ledercouch. "Du hast immer nur getan, was du wolltest. Ohne Rücksicht auf Verluste. Immer nur Ich, Ich, Ich."
Sie schnaufte und holte tief Luft. Die anderen starrten sie sprachlos an.
"Beruhige dich doch, Schatz", murmelte Manfred und verstummte unter Heikes Blick. Dirk studierte betreten das Teppichmuster. Nur Corinna lehnte sich entspannt zurück.
"Endlich kommst du aus dir raus", sagte sie und nippte an ihrem Wein. "Hast du all die Jahre diese Wut auf mich mit dir herum getragen? All die Jahre?" Sie hob die Augenbrauen. "Ich dachte, du hättest mir die Sache mit dem kleinen Bozo verziehen."
"Es geht nicht um Bozo", fauchte Heike. "Nicht nur. Es geht um Verantwortung. Ein Begriff, der anscheinend nicht zu deinem Wortschatz gehört."
Corinnas Augen funkelten.
"Jetzt kommen wir der Sache also näher. Verantwortung."
"Ja, Verantwortung. Du hast immer nur gespielt. Wenn es ernst wurde, hast du gekniffen und bist abgehauen. Wie damals nach dem Abi."
Heike warf einen Blick auf Dirk, der den Schlagabtausch der Frauen inzwischen gespannt beobachtete.
"Ich will dir mal was sagen, Heike." Corinnas Stimme vibrierte dunkel. "Wenn ich gespielt habe, dann mit offenen Karten. Ich habe jedem klar gemacht, dass ich meinen Weg gehen will. Meinen, verstehst du? Jeden Schritt habe ich getan, weil ich das wollte. Nicht, weil es so üblich ist oder weil ich dadurch Ansehen gewinne oder Geld oder ..."
Sie trank ihren Wein aus und stand auf.
"Ich glaube, ich gehe jetzt besser. Manfred, danke dir für die Einladung. Es tut mir leid, dass ich euch den Abend versaut habe."
Manfred reichte ihr die Hand.
"Du hast den Abend nicht versaut, Corinna. Wir haben den Sinn des Spieles anscheinend aus den Augen verloren. Ich zumindest sehe jetzt Ziel und Regeln wieder deutlicher."
Heike drehte sich um und verließ mit steifen Schritten den Raum.
* * E N D E * *
Heike war aufgesprungen und hatte dabei ihr Glas umgestoßen. Der Rotwein bildete eine blutige Lache auf den Steinfliesen.
"Du hast schon damals alles kaputt gemacht", fuhr sie Corinna an und schlug mit der Hand auf die Lehne der Ledercouch. "Du hast immer nur getan, was du wolltest. Ohne Rücksicht auf Verluste. Immer nur Ich, Ich, Ich."
Sie schnaufte und holte tief Luft. Die anderen starrten sie sprachlos an.
"Beruhige dich doch, Schatz", murmelte Manfred und verstummte unter Heikes Blick. Dirk studierte betreten das Teppichmuster. Nur Corinna lehnte sich entspannt zurück.
"Endlich kommst du aus dir raus", sagte sie und nippte an ihrem Wein. "Hast du all die Jahre diese Wut auf mich mit dir herum getragen? All die Jahre?" Sie hob die Augenbrauen. "Ich dachte, du hättest mir die Sache mit dem kleinen Bozo verziehen."
"Es geht nicht um Bozo", fauchte Heike. "Nicht nur. Es geht um Verantwortung. Ein Begriff, der anscheinend nicht zu deinem Wortschatz gehört."
Corinnas Augen funkelten.
"Jetzt kommen wir der Sache also näher. Verantwortung."
"Ja, Verantwortung. Du hast immer nur gespielt. Wenn es ernst wurde, hast du gekniffen und bist abgehauen. Wie damals nach dem Abi."
Heike warf einen Blick auf Dirk, der den Schlagabtausch der Frauen inzwischen gespannt beobachtete.
"Ich will dir mal was sagen, Heike." Corinnas Stimme vibrierte dunkel. "Wenn ich gespielt habe, dann mit offenen Karten. Ich habe jedem klar gemacht, dass ich meinen Weg gehen will. Meinen, verstehst du? Jeden Schritt habe ich getan, weil ich das wollte. Nicht, weil es so üblich ist oder weil ich dadurch Ansehen gewinne oder Geld oder ..."
Sie trank ihren Wein aus und stand auf.
"Ich glaube, ich gehe jetzt besser. Manfred, danke dir für die Einladung. Es tut mir leid, dass ich euch den Abend versaut habe."
Manfred reichte ihr die Hand.
"Du hast den Abend nicht versaut, Corinna. Wir haben den Sinn des Spieles anscheinend aus den Augen verloren. Ich zumindest sehe jetzt Ziel und Regeln wieder deutlicher."
Heike drehte sich um und verließ mit steifen Schritten den Raum.
* * E N D E * *
Uta-Traveller - 2. Juli, 20:45

