Freitag, 14. Januar 2011

Wie die Kinder

Alle paar Wochen tun wir es. Nicht was ihr denkt ! Wir essen Fast Food, genauer gesagt: Burger.
Nein, wir gehen nicht in die Etablissements mit dem goldenen Buchstaben, wir basteln uns unsere Burger zu Hause selber. Abgesehen von den fertigen Schlabberbrötchen komplett aus frischen Zutaten. Gesund und lecker.

Eingekauft wird Hackfleisch beim Metzger unseres Vertrauens (ich nehme es gemischt, Rind und Schwein, weil's dann saftiger ist), die klassischen Brötchen mit Sesam im Supermarkt und dann natürlich noch Salat und Tomaten, Goudakäse, Gewürzgürkchen und Zwiebeln. Ketchup, Mayonnaise und Senf (doch ein paar Fertigprodukte) für die Burgersauce stehen sowieso im Kühlschrank.
Zuerst wird das Hackfleisch - eigentlich untypisch aber viel geschmackvoller - mit Ei und Semmelbröseln, Salz, Pfeffer und Zwiebelwürfeln vermischt. Kräftig mit der Hand durchkneten, richtig ordentlich matschen. Ein herrliches Gefühl, wenn sich der saftige Fleischteig durch die Finger quetscht. Flache Fleischfladen daraus formen.
Zwiebeln, Tomaten, Gewürzgurken in dünne Scheiben schneiden, Salatblätter waschen, Käse entrinden. Alles auf einem großen Teller hübsch anrichten.
Aus Mayonnaise, Ketchup und Senf eine Burgersauce rühren. Die Burgerbrötchen durchschneiden und - z.B. im Grill - erhitzen.
Die Fleischscheiben werden kräftig gebraten. Besonders gut und schnell geht das im Kontaktgrill. Durch den Druck von beiden Seiten bleiben sie gleichmäßig flach, bekommen von den Grillplatten dekorative dunkle Streifen.
Während der Grillduft durch die Küche wabert, bestreichen wir schon mal die Innenseiten der Brötchenhälften mit der Burgersauce. Salatblatt drauf und Tomatenscheiben auch schon mal verteilt. Das Fleisch ist gar und wandert auf die Unterlagen, dann schnell den Käse obenauf, damit er die Chance hat, sanft zu schmelzen. Mit Zwiebelringen und Gurkenscheiben garnieren und den Brötchendeckel auflegen.
Nun folgt der schwierige Teil. Deshalb vorher einen großen oder mehrere kleine Schlucke trinken.
Mit der flachen Hand wird der Burger zusammengedrückt (es sei denn, ihr besitzt die Fähigkeit, eure Kiefer auszurenken wie die Schlange, die ich mal im TV gesehen habe). Dann mit beiden Händen rechts und links festhalten wie in einem Schraubstock. Ab jetzt darf nicht mehr losgelassen werden, weil der kunstvolle Aufbau sonst garantiert ins Rutschen gerät. Herzhaft hineinbeißen.
Spätestens beim vierten Bissen rutscht trotzdem die Gewürzgurke zur einen und die Tomatenscheibe zur anderen Seite, quillt die Sauce vorne aus dem Brötchen und tropft garantiert auf den neuen Pulli (also: alte Sachen anziehen oder Handtuch umbinden). Die Finger kleben, glitschen und das Brötchen zerbröselt unter dem fester werdenden Griff. Egal, wir geben nicht auf, halten und beißen und kauen, bis der letzte Brocken im Schlund verschwunden ist.
Wir lehnen uns zurück, die schmierigen Finger in die Luft gereckt, sondern ein leises Bäuerchen ab und lächeln selig. Wir haben gelernt mit Messer und Gabel zu essen, wissen um die unterschiedlichen Besteckteile und ihre korrekte Verwendung, können uns problemlos mit dem Equipment für ein Fünf-Gänge-Menü auseinandersetzen.
Aber glücklich sind wir, wenn wir sein dürfen wie die Kinder.

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