Ein vegetarisches Märchen
Fährt man durch die Region rund um die Stadt Le Puy in der Auvergne, entdeckt man rechts und links der Straße Felder, die wirken wie Brachland voller Unkraut. Der Bewuchs niedrig und dürr, gelb-grün ab Mitte Juli, durchsetzt von Margariten und Kornblumen. Ärmlich ist das Wort, das bei diesen Feldern durch meinen Kopf schwebt. Und doch gedeiht hier eine Delikatesse.
Ihre Geschichte erinnert an das Märchen vom hässlichen Entlein, das zum strahlend schönen Schwan wurde. "Sie" ist in diesem Fall eine winzige Hülsenfrucht, die grüne Linse von Le Puy.
Das Zentralmassiv mit seinen kalten Wintern und den kurzen, frischen Sommern ist nicht ideal für den Ackerbau. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb hat hier eine alte Kulturpflanze überlebt, die Linse.
Linsen, ein einfaches Essen, nichts für die Feinschmecker-Küche. Das mag für manche große Linse gelten. Nicht allerdings für die von Le Puy.
Klein ist sie, zierliche fünf Millimeter im Durchmesser, grün mit dunklen Sprenkeln. Schaut man genau hin, wirkt sie wie ein Satellitenbild der Erde. Eine ganze Welt im Miniaturformat.
Und zart ist sie, überhaupt nicht mehlig wie ihre großen Schwestern. Weil sie in der kurzen Zeit auf den windigen Ebenen nicht voll ausreifen kann. Eindeutig ein Vorteil.
Vor zwanzig Jahren gab es nur noch wenige Flächen, auf denen die grünen Linsen angebaut wurden. Die Ernte ist schwierig, der Ertrag mager. Dann haben sich die Landwirte zusammengetan, haben beschlossen, die Qualität und den Ruf ihrer Linse zu heben. Sie haben Spitzenköche der Region gewonnen, sich an diesem Projekt zu beteiligen. Selbst Paul Bocuse hat eine Lanze für die Linsen von Le Puy gebrochen.
Vor gut zehn Jahren wurden diese Anstrengungen gekrönt mit dem Prädikat "A.O.C." (Appellation d'Origine contrôlée). Dieses Prädikat über die kontrollierte Herkunft kennt man von Weinen und Käse. Die Puy-Linse war 1995 das erste Gemüse, das diese Auszeichnung erhalten hat.
Beim Bummel über den Markt von Le Puy habe ich mir ein Paket Linsen direkt von der Erzeugerin gekauft. Und in einem kleinen Geschäft in der Nähe ein Buch über dieses Kleinod der Auvergne mit wunderschönen Bildern und poetischen (französischen) Texten. Und mit Rezepten der Köche, die in der Region die winzige Linse zu einem kulinarischen Highlight gemacht haben. Von dort hat sie ihren Siegeszug durch die Welt angetreten bis hin zu uns.
Ich kann mich einfach nicht entscheiden. Probiere ich zuerst den feinen Linsensalat mit hauchdünnen Speckscheiben und einem frittierten Ei? Oder die Forelle mit dem pikanten Linsengemüse? Oder vielleicht ...
Ihre Geschichte erinnert an das Märchen vom hässlichen Entlein, das zum strahlend schönen Schwan wurde. "Sie" ist in diesem Fall eine winzige Hülsenfrucht, die grüne Linse von Le Puy.
Das Zentralmassiv mit seinen kalten Wintern und den kurzen, frischen Sommern ist nicht ideal für den Ackerbau. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb hat hier eine alte Kulturpflanze überlebt, die Linse.
Linsen, ein einfaches Essen, nichts für die Feinschmecker-Küche. Das mag für manche große Linse gelten. Nicht allerdings für die von Le Puy.
Klein ist sie, zierliche fünf Millimeter im Durchmesser, grün mit dunklen Sprenkeln. Schaut man genau hin, wirkt sie wie ein Satellitenbild der Erde. Eine ganze Welt im Miniaturformat.
Und zart ist sie, überhaupt nicht mehlig wie ihre großen Schwestern. Weil sie in der kurzen Zeit auf den windigen Ebenen nicht voll ausreifen kann. Eindeutig ein Vorteil.
Vor zwanzig Jahren gab es nur noch wenige Flächen, auf denen die grünen Linsen angebaut wurden. Die Ernte ist schwierig, der Ertrag mager. Dann haben sich die Landwirte zusammengetan, haben beschlossen, die Qualität und den Ruf ihrer Linse zu heben. Sie haben Spitzenköche der Region gewonnen, sich an diesem Projekt zu beteiligen. Selbst Paul Bocuse hat eine Lanze für die Linsen von Le Puy gebrochen.
Vor gut zehn Jahren wurden diese Anstrengungen gekrönt mit dem Prädikat "A.O.C." (Appellation d'Origine contrôlée). Dieses Prädikat über die kontrollierte Herkunft kennt man von Weinen und Käse. Die Puy-Linse war 1995 das erste Gemüse, das diese Auszeichnung erhalten hat.
Beim Bummel über den Markt von Le Puy habe ich mir ein Paket Linsen direkt von der Erzeugerin gekauft. Und in einem kleinen Geschäft in der Nähe ein Buch über dieses Kleinod der Auvergne mit wunderschönen Bildern und poetischen (französischen) Texten. Und mit Rezepten der Köche, die in der Region die winzige Linse zu einem kulinarischen Highlight gemacht haben. Von dort hat sie ihren Siegeszug durch die Welt angetreten bis hin zu uns.
Ich kann mich einfach nicht entscheiden. Probiere ich zuerst den feinen Linsensalat mit hauchdünnen Speckscheiben und einem frittierten Ei? Oder die Forelle mit dem pikanten Linsengemüse? Oder vielleicht ...
Uta-Traveller - 9. August, 20:55
Un Sourire (anonym) - 10. August, 06:49
Eigentlich
mag ich keine Linsen, aber jetzt hast Du mich neugierig gemacht.... :)
Einen kurzen Freitag und ein langes Wochenende wünsch ich Dir,
Un Sourire
Einen kurzen Freitag und ein langes Wochenende wünsch ich Dir,
Un Sourire
Uwe Vitz (anonym) - 10. August, 08:01
Appetit
..hm, lecker. Du machst dem Leser richtig Appetit.
Grüße aus der Würfelwelt
Grüße aus der Würfelwelt
Thomas (anonym) - 10. August, 13:41
Der Salat...
.....kann´sch mal gerade nicht weiterschreiben, lechz, schleck....
Uta-Traveller - 10. August, 13:45
Sieht so aus, als müsste ich demnächst eine Rezept-Rubrik im Weblog aufnehmen.
Mahlzeit !
Mahlzeit !
Thomas (anonym) - 10. August, 14:37
Oooch, Uta....
.... es reicht, wenn Du mir etwas vorbei bringst...*grins*


gleich