Montag, 10. Dezember 2007

Stein um Stein

eine Erinnerung an den Herbst-Urlaub

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Der Weg windet sich zwischen Gras und dornigem Gestrüpp bergauf, gesäumt von Felsen, Sand, niedrigen Disteln und Schafgarbe.
Den Römersteinbruch von Sankt Margarethen im Burgenland habe ich unter mir gelassen und mit ihm die Freilichtbühne, auf der im Sommer Opern vor berauschender Kulisse gespielt werden. Nun ist die Saison beendet, der Steinbruch geschlossen. Aber der Berg mit der weithin sichtbaren Koglkapelle steht allen Spaziergängern offen.

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Anfang Oktober ist es am Neusiedler See angenehm warm. Wiesenkräuter duften in der Sonne, Grillen zirpen. Der strahlend-blaue Himmel lässt die Landschaft wie eine Urlaubspostkarte wirken. Von der Kapelle aus kann ich sowohl über den See schauen als auch ein wenig in den Steinbruch hinein, der einer der ältesten und größten Steinbrüche Europas ist. Der Kalksandstein wird schon seit Römerzeiten abgebaut. Und nicht nur imposante Gebäude wie der Wiener Stephansdom wurden aus ihm errichtet.

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Auf dem Gelände rund um den Steinbruch finde ich verstreute Skulpturen. Bildhauer haben seit 1959 vor Ort mit dem Stein gearbeitet und ihre Werke der Natur überlassen. Die Figuren verwittern langsam, manche zwischen Büschen versteckt, andere auf offener Fläche.
Ich folge den schmalen Trampelpfaden über den Hügel aufwärts und abwärts. Ein orange-brauner Schmetterling taumelt zwischen Gräsern durch die Luft. Eine Amsel fliegt schimpfend auf. Immer neue Ausblicke, immer andere Bilder. Ich verliere mich zwischen Stein und Grün.

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Ich habe fotografiert. Nicht alle, aber einige der Skulpturen. Sie faszinieren mich. Sie sind abstrakt und doch kann ich in ihnen vieles sehen, mich inspirieren lassen. Und dass sie Teil der Natur auf dem Berg sind, macht sie für mich sehr lebendig.
Eines der Fotos war schon Anlass für ein Gedicht. Ich denke, es wird nicht das letzte gewesen sein.
lylo - 11. Dezember, 02:03

hihi

dort würde ich gern wohnen ... ;-)))

liebe grüße
vom neusiedlersee

Uta-Traveller - 11. Dezember, 07:21

kann ich verstehen

Bussi,
Uta
Wally P. (anonym) - 11. Dezember, 09:58

Erstaunlich, wie "warm" die abstrakte Kunst rüber kommen kann, wenn sie in das Grün der Natur eingebettet ist. Würden die Skulpturen auf einer weitflächigen, kahlen Steinfläche stehen, dann würde mich bei ihrem Anblick wohl eher frösteln, denke ich. Aber so - bin ich fasziniert von ihrem Anblick.
Und jede einzelne Skulptur scheint mir zuzuwinken und mir ihre Geschichte erzählen zu wollen, scheint mir. Ein Hauch von Mystik und alten, geheimnisvollen Sagen weht zu mir herüber...
Sehr eindrucksvolle Bilder, Uta!

Liebe Grüße
Wally

Uta-Traveller - 11. Dezember, 11:01

Danke dir, Wally.

Ich finde es auch unheimlich schön, dass die Skulpturen wie vergessen in der Landschaft stehen. Ihre Formen wirken dadurch noch organischer und - wie du schreibst - wärmer.

Liebe Grüße
Uta

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