Mittwoch, 14. Mai 2008

Spukt es oder spukt es nicht?

Neudahn-01

Siebenundzwanzig Jahre ist das jetzt her. Meine Güte, komme ich mir plötzlich alt vor. Vor siebenundzwanzig Jahren war ich schon mal auf dem kleinen Campingplatz am Neudahner Weiher (nahe Dahn/Pfalz) am Fuße eines Berges, der von der Burgruine Neudahn gekrönt wird.
Damals waren wir mit Freunden meiner Eltern und Wohnwagen unterwegs, jetzt stehe ich hier mit Holger und dem Wohnmobil. Mit leuchtenden Augen erkläre ich am späten Nachmittag:
"Ich will da rauf. Ich muss da unbedingt rauf und schauen, ob es noch so ist wie damals."

Eine halbe Stunde später stehen wir keuchend vor der Burgruine. Wie üblich sind wir zu schnell gegangen. Der Fußweg - besser Fußpfad - windet sich direkt vom Campingplatz aus steil den Berg hinauf. Schmal, steinig, von Baumwurzeln gequert. Bei jedem Schritt muss man den Blick auf den Boden heften, um nicht umzuknicken oder wegzurutschen. Der Blick nach vorne oder oben beschert sowieso Buchengrün und Farnblätter. Und erst auf den letzten Metern schimmert roter Sandstein durch das Mailaub.
Die Ruine ist begehbar. Im hohen Turm windet sich eine moderne Betontreppe über zwei Stockwerke nach oben und beschert uns einen ordentlichen Drehwurm. Der Ausblick von der Plattform über den Pfälzer Wald zeigt - na, eben Wald. Im Tal eine Straße, ein kleines Gewerbegebiet (das gab es vor 27 Jahren noch nicht). Ich erinnere mich, dass man im zweiten Turm in die Burg hinab steigen kann. Zwei Umdrehungen, oberes Stockwerk, Fensternischen, schiefer Steinboden, Ausblick. Zwei weitere Umdrehungen, unteres Stockwerk, wieder Steinboden und Fensternischen, aber kein Ausgang.
Also: wieder in Turm zwei nach oben, in Turm eins nach unten, neuer Drehwurm.
Dann den ganzen Weg wieder über Stock und Stein und durch den Wald zurück zum Campingplatz. Ich glaubte zwar, mich an einen anderen möglichen Weg zu erinnern, aber selbst wenn es ihn gäbe, er wäre deutlich länger und wir haben jetzt genug.

Warum ich unbedingt dort hinauf wollte? Dazu erzähle ich morgen mehr.

Auf Travellers Pfaden

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