Ansichten eines Gartenzwergs (3)
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Ich glaube es kaum. In einem Monat ist Winteranfang.
Gut, der Garten hat seine Herbstfarben verloren, da leuchtet nichts mehr in Gelb oder Rot. Die Blätter des Apfelbaums liegen matschig-braun auf der Wiese und die Stiele vom Phlox strecken sich als Gerippe in die Luft.
Aber Temperaturen haben wir wie im September. Milde Was-weiß-ich-wieviel-über-zehn-Grad. Trocken ist es, auch wenn die Sonne sich heute hinter grauen Schleiern verbirgt. Gutes Wetter für Gartenarbeit.
Und in meinem Garten wäre noch viel zu tun, bevor er in den Winterschlaf fällt. Eigentlich.
Rundum sind die Nachbarn fleißig, rechen letztes Laub vom Rasen, schneiden Stauden zurück, zupfen Unkraut aus den Beeten.
Überall, nur nicht bei mir. Es ist eine Schande!
Ich bin ein ordentlicher Gartenzwerg. Die Zipfelmütze sitzt gerade auf dem Kopf, mein Bart ist glatt gebürstet und den Moosfleck auf meiner grünen Hose kann man fast nicht sehen.
Aber was sollen die Leute von mir denken? Die sehen doch nur das wüste Durcheinander um mich herum. Verblühte Sommerheide und verdorrte Zierlauchstängel, vom ersten Bodenfrost erlegte Impatiens - Verzeihung, Fleißige Lieschen - und überall dieses hinterhältige Springkraut. Es ist eine Schande! Das sagte ich bereits.
Man kann sich seine Menschen leider nicht aussuchen. Die Nachbarn, ja, die wären was für mich. Gerade jagt er mit dem Laubbläser alles vom Pflaster, was dort nicht hingehört, und sie schneidet und häckselt, was das Zeug hält.
Lärmbelästigung? Ich bitte Sie! Wo gehobelt wird, fallen Späne und Ordnung hat nun mal ihren Preis. Die Beete schauen anschließend aus wie geleckt. Das lob ich mir!
Wie? Was? Igel? Winterquartier? Stimmt, bei uns treibt der sich immer unter den Büschen hinterm Kompost herum. Weil da so viel Laub und Gestrüpp liegt. Und die Meisen picken an den vertrockneten Blütenständen, die den Garten verschandeln.
Naturschutz? So kann man das auch nennen. Billige Ausrede. Ich sage dazu Faulheit.
Sie schütteln den Kopf? Wachsen und wachsen lassen? Ich rede mir die Keramik-Lippen fusselig, dabei sind Sie genau so ein Dem-Garten-seine-Freiheit-Typ wie meine Menschen.
Ich sehe schon, wenn ich nicht in Zaunwinde und Giersch versinken will, muss ich in den Nachbargarten auswandern.
Ich glaube es kaum. In einem Monat ist Winteranfang.
Gut, der Garten hat seine Herbstfarben verloren, da leuchtet nichts mehr in Gelb oder Rot. Die Blätter des Apfelbaums liegen matschig-braun auf der Wiese und die Stiele vom Phlox strecken sich als Gerippe in die Luft.
Aber Temperaturen haben wir wie im September. Milde Was-weiß-ich-wieviel-über-zehn-Grad. Trocken ist es, auch wenn die Sonne sich heute hinter grauen Schleiern verbirgt. Gutes Wetter für Gartenarbeit.
Und in meinem Garten wäre noch viel zu tun, bevor er in den Winterschlaf fällt. Eigentlich.
Rundum sind die Nachbarn fleißig, rechen letztes Laub vom Rasen, schneiden Stauden zurück, zupfen Unkraut aus den Beeten.
Überall, nur nicht bei mir. Es ist eine Schande!
Ich bin ein ordentlicher Gartenzwerg. Die Zipfelmütze sitzt gerade auf dem Kopf, mein Bart ist glatt gebürstet und den Moosfleck auf meiner grünen Hose kann man fast nicht sehen.
Aber was sollen die Leute von mir denken? Die sehen doch nur das wüste Durcheinander um mich herum. Verblühte Sommerheide und verdorrte Zierlauchstängel, vom ersten Bodenfrost erlegte Impatiens - Verzeihung, Fleißige Lieschen - und überall dieses hinterhältige Springkraut. Es ist eine Schande! Das sagte ich bereits.
Man kann sich seine Menschen leider nicht aussuchen. Die Nachbarn, ja, die wären was für mich. Gerade jagt er mit dem Laubbläser alles vom Pflaster, was dort nicht hingehört, und sie schneidet und häckselt, was das Zeug hält.
Lärmbelästigung? Ich bitte Sie! Wo gehobelt wird, fallen Späne und Ordnung hat nun mal ihren Preis. Die Beete schauen anschließend aus wie geleckt. Das lob ich mir!
Wie? Was? Igel? Winterquartier? Stimmt, bei uns treibt der sich immer unter den Büschen hinterm Kompost herum. Weil da so viel Laub und Gestrüpp liegt. Und die Meisen picken an den vertrockneten Blütenständen, die den Garten verschandeln.
Naturschutz? So kann man das auch nennen. Billige Ausrede. Ich sage dazu Faulheit.
Sie schütteln den Kopf? Wachsen und wachsen lassen? Ich rede mir die Keramik-Lippen fusselig, dabei sind Sie genau so ein Dem-Garten-seine-Freiheit-Typ wie meine Menschen.
Ich sehe schon, wenn ich nicht in Zaunwinde und Giersch versinken will, muss ich in den Nachbargarten auswandern.
Uta-Traveller - 21. November, 19:43
Un Sourire (Gast) - 22. November, 09:53
Mecker
Also ich hätte diesem Meckerzwerg schon längst den Weg zum Gartentor gewiesen *lach*
Ein Hoch auf die Wildnis, auf Igel, auf freies Laub, auf wuchernde Winden, ja, einfach auf das Leben!!!!
Schöne Sonntagsgrüße,
Un Sourire
Ein Hoch auf die Wildnis, auf Igel, auf freies Laub, auf wuchernde Winden, ja, einfach auf das Leben!!!!
Schöne Sonntagsgrüße,
Un Sourire
Uta-Traveller - 22. November, 20:06
Isch 'abe gar kein Zwerg ! *grins*
Ja, ein Hoch auf das Leben, dass nicht nur im Garten wuchert !
Lieben Gruß
Uta
Ja, ein Hoch auf das Leben, dass nicht nur im Garten wuchert !
Lieben Gruß
Uta
Mamü (Gast) - 23. November, 14:47
Was für ein pingeliger Gartenzwerg, liebe Uta. ;-)
Mannomann, Laubsauger oder wie auch immer diese blöden Dinger heißen, ich hasse sie. Sie machen einen Lärm hoch drei, das nervt gewaltig, und dann zerschreddern sie auch noch alles nützliche Kleingetier, was da mit eingesaugt wird. Ich kann einfach nicht verstehen, wieso das ganze Laub immer weggemacht werden muss.
Tja, wohl oder übel muss ich auch noch was im Vorgarten schneiden, ist ja eigentlich schon fast zu spät dafür. *seufz* Ich komme einfach nicht in die Hufe. Und heute stürmt und pladdert es die ganze Zeit.
Liebe Grüße, (auch an den Gartenzwerg, er soll sich nicht so anstellen, ;-) )
Martina
Mannomann, Laubsauger oder wie auch immer diese blöden Dinger heißen, ich hasse sie. Sie machen einen Lärm hoch drei, das nervt gewaltig, und dann zerschreddern sie auch noch alles nützliche Kleingetier, was da mit eingesaugt wird. Ich kann einfach nicht verstehen, wieso das ganze Laub immer weggemacht werden muss.
Tja, wohl oder übel muss ich auch noch was im Vorgarten schneiden, ist ja eigentlich schon fast zu spät dafür. *seufz* Ich komme einfach nicht in die Hufe. Und heute stürmt und pladdert es die ganze Zeit.
Liebe Grüße, (auch an den Gartenzwerg, er soll sich nicht so anstellen, ;-) )
Martina
Uta-Traveller - 23. November, 19:50
Martina, es ist nie zu spät !
Du kannst das noch direkt vor Weihnachten machen oder am 6. Januar oder wann du magst. ;-)
Bei uns war heute ein widerliches Wetter, fast durchgehend Regen, mal dünn, dann wieder mit Gewalt gegen die Fenster. Richtiger November!
Hoffen wir, dass es wieder freundlicher wird, wenn das Sturmtief durchgezogen ist.
Lieben Gruß - auch vom Gartenzwerg -
Uta
Du kannst das noch direkt vor Weihnachten machen oder am 6. Januar oder wann du magst. ;-)
Bei uns war heute ein widerliches Wetter, fast durchgehend Regen, mal dünn, dann wieder mit Gewalt gegen die Fenster. Richtiger November!
Hoffen wir, dass es wieder freundlicher wird, wenn das Sturmtief durchgezogen ist.
Lieben Gruß - auch vom Gartenzwerg -
Uta


Hab einen feinen Sonntag, liebe Uta.
Zwinkernde Grüße
Anna-Lena
Bei uns auf dem Dorf hätte englischer Rasen eh keine Chance, wenn gleich nebenan einer Bauer die Wiese erst mäht, wenn der Löwenzahn schon seine Schirmchen fliegen lässt.
Lieben Gruß
Uta