Advent 2009

Donnerstag, 24. Dezember 2009

Es ist soweit



wünsche ich euch allen und euren Familien.
Genießt die Feiertage, das Beisammensein und habt eine besinnliche und friedvolle Zeit.

Und weil es an Weihnachten vor drei Jahren entstanden ist und so gut passt, habe ich noch ein Gedicht für euch:

Ich schnüre dir ein Päckchen

den Augenblick zum Innehalten
leg ich hinein
gleich neben die
Momente für ein
tiefes Durchatmen

dazu ein paar Sekunden
dir ein Lächeln ins
Gesicht zu malen

Minuten voller Ruhe
den Vögeln zuzusehen
den Schmetterlingen zu lauschen
den Sonnenstrahl zu riechen

behutsam packe ich dazu
die luftig-leichte Torte aus
Sternstunden
nur für dich allein

soviel schon liegt
im kleinen Pappkarton
doch ist noch reichlich Raum
den füll ich dir mit
kleinen Ewigkeiten
für stilles Glück

genieße dreimal täglich
davon und
nimm dir
deine Zeit

© U.L., Dezember 2006

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Geduldsspiel



Gestern Abend habe ich viel Zeit mit diesem Stern verbracht.
Nicht mit dem fertigen Stern, nein, mit seinen Einzelteilen und dem Papier, aus dem die Einzelteile wurden.
Origami, die japanische Kunst des Papierfaltens. Ich hatte mich bisher nicht damit beschäftigt. Ich bin sowieso nie ein großer Bastelfan gewesen. Und dann so ganz exakt knicken und falten und stecken ...

Vor ein paar Tagen bekam ich ein Wichtelpäckchen geschickt, in dem neben einer leckeren Schweizer Schokolade drei gelb-orange gemusterte Sterne waren, die mit Fäden verbunden und zum Aufhängen waren. Wunderschön!
Einen Tag später sah ich durch Zufall im Fernsehen, wie ein solcher Stern entsteht. Ausprobieren wollte ich das allerdings nicht, weil es mir viel zu aufwändig und mühsam wirkte.
Noch einen Tag später schickte ich einer Forums-Bekannten den Link zur Sendung, weil sie diese Sterne so hübsch fand und ein Origami-Fan ist (soweit ich weiß). Und dann bastelte ein anderes Forums-Mitglied den Stern aus Notizzetteln (das Papier muss quadratisch sein).

Was soll ich sagen? Meine Neugier war stärker als alle Faulheit, ich musste das einfach ausprobieren.
Dreißig quadratische Blättchen nach einem bestimmten Schema falten. Nach dem ersten ist der Ablauf klar und einfach, es kommt nur auf exaktes Arbeiten an. So weit, so gut.
Die Nervenprobe kam mit dem Zusammenstecken der Einzelteile. Das sieht im Video recht einfach aus, ist aber eine Fummelarbeit (zumindest bei meinen kleinen Notizzetteln von 9 x 9 cm). Und je mehr Teile ich zusammensteckte, desto schwieriger wurde es, das Ganze nicht zu zerdrücken und keine Fehler zu machen. Zwischendurch war ich kurz davor, mit der Faust auf das Gebilde zu schlagen und aufzugeben.
Aber ... ich habe durchgehalten (Lob an mich, das ist nämlich nicht selbstverständlich) und habe den Stern einigermaßen ordentlich fertig bekommen.

Mein Stern ist weiß geworden (wegen der Notizzettel). Weiß wie die Sterne am Nachthimmel. Vielleicht auch weiß wie der Stern von Bethlehem.
Möge immer ein guter Stern über uns allen leuchten.

.

Dienstag, 22. Dezember 2009

Ein Sack voller Wünsche



Wärme für den der friert
Nahrung für die Hungrigen
ein Dach für Heimatlose

Gesundheit und Kraft
Hoffnung auf Zukunft
in Frieden

und ein Schaukelpferd
für die kleine Eva

wie rote Kugeln
leuchten sie Liebe
in die Welt

.

Montag, 21. Dezember 2009

So kurz der Tag



Der Morgen zögert noch mit dem Erwachen,
verkriecht vor Kälte sich in Dunkelheit,
ist selten in der Winterzeit bereit
zu einem strahlend hellen Sonnenlachen.

Der Mittag hüllt sich ein in Wolkendecken,
er dämmert grau und müde vor sich hin,
sieht wohl in jeglich Tagwerk keinen Sinn
und will sich tiefer in der Düsternis verstecken.

Der Abend eilt dagegen schnell und heiter
heran und grüßt mit mildem Kerzenschein,
lädt uns beschaulich zum Beisammensein
und dreht das Jahresrad ein Stückchen weiter.

So kurz der Tag in Winters dunkler Mitte,
er lenkt zum neuen Licht der Menschen Schritte.


.

Sonntag, 20. Dezember 2009

Vanillekipferl



Hier ist mein zweites Lieblings-Plätzenchenrezept:

Zutaten:
250 g Mehl
1 Prise Salz
70 g Zucker
200 g Butter o. Margarine
100 g Mandeln, gemahlen
1 Eigelb
100 g Puderzucker
1 Päckchen Vanillinzucker

Zubereitung:
Mehl, Salz, Zucker, Fett, Mandeln und Eigelb verkneten. Rollen von 3 cm Durchmesser formen. Über Nacht kalt stellen. Dann 1 cm dicke Scheiben schneiden. Daraus Hörnchen formen. Auf ein gefettetes Blech legen. In der Mitte im vorgeheizten Ofen bei 175°C ca. 15 min backen. Puderzucker mit Vanillinzucker mischen und die heißen Kipferl darin wenden. (Einfacher: Kipferl damit übersieben.)

Samstag, 19. Dezember 2009

Limerick 18/2009



Ein Manager aus Osnabrück
denkt an seine Kindheit zurück.
Nicht in Stess zu zerfließen,
die Adventszeit genießen.
Was war das nur damals für Glück!

Freitag, 18. Dezember 2009

Grün im Grau



neigst dich
unter schwerer Last
brichst nicht
gibst nach doch
ohne dich
für immer zu
verbiegen

und zeigst dein
frisches Grün
als ob der
Frühling da
schenkst
in der Kälte

Hoffnung

.

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Das Geheimnis des alten Schlittens (2)



Ich stellte ihn hochkant, um die Kufen mit einer Speckschwarte einzufetten. In dem Moment, in dem ich das Metall berührte, schien der Schlitten zum Leben zu erwachen.
Das Holz knarrte und knackte, die Patina löste sich wie eine alte Hautschicht und darunter kamen stabile Buchenleisten zum Vorschein. Die Kufen verloren ihren Rost und das Seil drehte und drillte sich wild in der Luft. Keine Minute später stand der Schlitten da, als käme er frisch aus dem Laden. Ich lächelte.

Nein, ich bin keine Hexe, aber ein bisschen Zauberei war schon im Spiel. Der Schlitten ist ein Erbstück meiner Großtante, die in direkter Linie mit dem Weihnachtsmann verwandt war.
Alle fünfhundert Jahre bekommt der Weihnachtsmann ein neues Dienstfahrzeug. Sein Gefährt muss in jeder Saison viel aushalten, die weiten Reisen, das schwere Gepäck, Wind und Wetter. Und Weihnachten soll schließlich nicht aufgrund einer Schlittenpanne verzögert werden oder wegen eines Totalschadens wohlmöglich ausfallen.
Die Bauteile eines alten Schlittens landen aber nicht im Kamin. Aus ihnen entstehen drei kleine Schlitten, die in Weihnachtsmannkreisen weitergegeben werden.

Ich schlüpfte in Wolljacke und Winterstiefel, stülpte eine Mütze über die Haare und steckte die Finger in Fausthandschuhe. Meine Schritte knirschten auf dem angefrorenen Schnee im Hof, der Schlitten rutschte willig hinter mir her.
Ich marschierte zügig durchs Dorf in Richtung der hügeligen Viehweiden. Um diese Jahreszeit und in der Dunkelheit würde ich dort niemanden antreffen. Der Weg hinauf war unberührt und oben angekommen atmete ich tief.
Über mir funkelten die Wintersterne. Den Kopf in den Nacken gelegt schaute ich eine Weile in den Himmel. Das Firmament dehnte sich weit und immer fernere Sterne blitzten auf.
Ich setzte mich auf den Schlitten, fasste das Seil kurz und rutschte ein paar Mal hin und her, damit die Kufen leichtgängig wurden. Dann stieß ich mich ab und glitt den Hang hinunter. Der Schlitten wurde schneller und schneller. Etwa auf halber Höhe hatte ich die richtige Geschwindigkeit erreicht und zog vorsichtig das Seil an.
Mit einem leisen Zischen lösten sich die Kufen vom Boden und der Schlitten stieg in die Luft. Der Wind verwehte meine Atemwolken und blies mir den Kopf frei. Ich lachte leise. Endlich war es wieder soweit. Hoffentlich gab es oft und lange Schnee in diesem Winter.


Ende

Das Geheimnis des alten Schlittens (1)



Endlich hatte es geschneit. Erste Flocken taumelten am Morgen aus der grauen Himmelsdecke, eine hier, eine dort, als wären sie Kundschafter. Auf dem frostharten Boden landeten sie sanft und tupften ihn weiß. Weitere Flocken folgten, setzten sich auf die Blätter der immergrünen Büsche, klebten an den Zweigen der Walnuss. Die Welt verschwamm hinter einem wirbelnden Vorhang.
Am Mittag lag der Schnee über zehn Zentimeter hoch auf der Wiese. Wenn jetzt nichts mehr dazwischen kam, wenn also die Temperatur unter dem Nullpunkt und damit der Schnee liegen blieb, konnte ich es am Abend wagen, den Schlitten aus dem Schuppen zu holen.

Im Schein der Taschenlampe tastete ich mich von der Tür aus vorwärts. Ich hätte im Sommer, als es hier hell und warm war, aufräumen sollen. Nun musste ich mich zwischen wuchtigen Schränken und gestapelten Stühlen hindurch drängen, wäre fast über den aufgerollten Teppich gestolpert und verfing mich in einem riesigen Spinnennetz.
Ich kämpfte mich tapfer bis an die Rückseite des Schuppens, wo sich unter einem Haufen Decken und Kunststoffplanen der alte Schlitten versteckte. Mit Mühe zerrte ich ihn aus seiner Ecke und schleppte ihn über den Hof bis in den Hausflur.

Im Licht der Deckenlampe sah er erbärmlich aus.
Die Holzleisten hatten graue Patina angesetzt und wirkten gebrechlich, als würden sie bei der geringsten Belastung zersplittern. Die Eisenbänder unter den Kufen zeigten ein mattes Rostbraun und das Seil, an dem man den Schlitten hinter sich herziehen sollte, war aufgefasert und mürbe. Wer würde sich diesem Gefährt anvertrauen?
Doch all das war reine Tarnung und dieser Schlitten etwas Besonderes.


(Fortsetzung folgt)

Dienstag, 15. Dezember 2009

Winterimpression



kaltblauer Himmel
singt Frost in die Welt
dass Gräser
erstarren
und Glitzer die
Blätter bereift

ein Hauch von
Sopran klirrt in
frierenden Zweigen
der Teich lauscht
und lächelt mit
zartdünnem Eis

.

Auf Travellers Pfaden

unterwegs - Geschichten, Gedichte und Bilder

Wolkenlicht und Meeresatem

Buchcover

Meine Bücher ...

... können am einfachsten über mich bestellt werden. Auf Wunsch signiere ich sie gerne. Schickt mir einfach eine Mail an: uta (ät) loeskenweb (punkt) de

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

Auf zu neuen Ufern !
. Der Frühling steht vor der Tür und mit...
Uta-Traveller - 1. März, 08:34
Fragment
. Atempause unter freiem Himmel. Die Sterne funkeln,...
Uta-Traveller - 28. Februar, 13:53
ehrenWORT: Platzmangel!
Nochmal erst am Dienstag alle Beiträge dann...
Uta-Traveller - 27. Februar, 16:28
Zu Hause in Venedig
Vor zwei Wochen gab es im Fernsehen einen Dokumentarfilm,...
Uta-Traveller - 26. Februar, 20:01
Gelb-Rot-Blau
Mischtechnik auf Leinwand, jeweils 20 x...
Uta-Traveller - 25. Februar, 13:01

Achtung !

Texte und Bilder unterliegen - soweit nicht anders vermerkt - meinem Urheberrecht und dürfen nicht ohne vorherige Nachfrage kopiert, verändert oder verwendet werden. Wenn Interesse an einem Text oder Bild besteht, bitte ich, mich anzuschreiben.

AN ALLE KURT-FANS

Kurt soll noch viele Geschichten erleben. Kurt soll noch vielen Menschen begegnen. Habt Ihr Ideen für Kurt's Geschichten? Dann schreibt mir eine E-Mail an: uta at loeskenweb dot de

Suche

 

Status

Online seit 3863 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 8. August, 02:00

Credits

vi knallgrau GmbH

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page
xml version of this topic

twoday.net AGB


Advent 2009
Advent 2010
Advents-Geschichte
AMidP
Bilder
Bücher
ehrenWORT
Erlebtes
erzählt
Gereimtes
japanisch inspiriert
Kritzeleien
kurz und prosaisch
Kurzkrimis
Limericks
Lyrik
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren