Bücher

Samstag, 5. Februar 2011

Auf der Leinwand versammelt

Ich habe mal wieder gelesen. Das mache ich ja regelmäßig, wie ihr wisst. Und immer wieder sind Bücher dabei, die sich mit künstlerischen Techniken beschäftigen. Diesmal war es ein Buch, das im Kritzelmeister-Forum empfohlen wurde und das ich in unserer Stadtbibliothek entdeckte:

Anna Galkina: Collagen - Techniken, Materialien, Bilder

Ich dachte immer, Collagen sind Kinderkram, Spielerei mit Papier und Klebestift. Aber als künstlerische Ausdrucksform hatte ich sie nicht angesehen.
Ich weiß, ich hätte mich ruhig mal schlau machen können, dann hätte ich viele Künstler gefunden, die sich der Collage bedienen, aber das hatte ich eben nicht.
Und dann fällt mir dieses Buch in die Finger und ich blättere und lese und schaue und lese und bin begeistert. Mir tut sich eine ganze Welt an Möglichkeiten auf, die ausprobiert und eingesetzt werden wollen. Und ich weiß: vieles davon werde ich in der nächsten Zeit ausprobieren.

Im ersten Teil des Buches gibt Galkina eine Übersicht über Materialien, die in einer Collage eingesetzt werden können. Keine vollständige natürlich, denn wenn man die Augen aufmacht, entdeckt man immer mehr Dinge, die sich für die Bildgestaltung eignen.
Praktische Werkzeuge und einsetzbare Farben werden genauso vorgestellt wie verschiedene Hilfsmittel.
Danach folgen bebilderte Erklärungen zu den verschiedenen Techniken für die Gestaltung von Hintergründen, Strukturen, für den Bildtransfer (fand ich besonders interessant) und den Einsatz von Text im Bild.

Der zweite Teil liefert über zwanzig Bildvorschläge, an denen die eingesetzten Materialien und Techniken veranschaulicht werden. Für jeden Geschmack - von abstrakt bis konkret, von modern bis romantisch-verspielt - ist etwas dabei. Beispiele, die die eigene Phantasie und Kreativität kräftig anregen und zum Rotieren bringen.

Und ich weiß, dass ich mich in der nächsten Zeit mit Collagen beschäftigen will. Ihr werdet schon sehen.


(nachträglich eingestellt, weil ich's gestern verpennt habe)

Freitag, 7. Januar 2011

Der etwas andere Ratgeber

Der Anfang eines neuen Jahres ist meist auch die Zeit, in der viele Menschen ihr Leben ändern wollen. - Womit wir mal wieder beim Thema "Vorsätze" sind. - Sie träumen davon, ihr Leben so zu organisieren, dass sie mehr Zeit zur freien Verfügung bekommen, mehr Zeit für die Dinge, die sie eigentlich schon immer tun wollten.
Für diese Menschen gibt es viele Regalmeter voller Bücher zum Thema "Zeitmanagement", "Organisation", "Lebensplanung". Ich nehme mich da gar nicht aus, auch ich habe schon einiges aus diesem Bereich gelesen.
Wiederkehrende Stichworte sind "To-Do-Listen", "Prioritäten setzen", "Wichtiges und Dringendes unterscheiden", "Vereinfache dein Leben", "innerer Schweinehund" und dergleichen mehr.

Vor längerer Zeit habe ich im Fernsehen ein Interview gesehen, in dem die Moderatorin sich mit einem Autoren-Duo unterhielt, die ein neuartiges Buch zur altbekannten Thematik veröffentlicht hatten. Die beiden kamen frisch und frech rüber, kaufen wollte ich ihr Buch trotzdem nicht und vergaß die ganze Geschichte.
Doch man begegnet sich immer zweimal. Als ich vor dem großen Schnee - also irgendwann im Oktober oder November - in der Stadtbibliothek war, fiel mir rein zufällig (gibt es Zufälle?) ein ausgestelltes Buch auf. Im Vorbeigehen nahm ich den Titel wahr, stoppte, griff mir das Werk und erkannte es als das damals im Fernsehen besprochene. Ich blätterte es auf, las die Einleitung, grinste, kicherte und lieh es aus.
Ich habe es "gefressen" und mich dabei köstlich amüsiert. Und im Internet durfte ich feststellen, dass es inzwischen als Taschenbuch erhältlich ist. Jetzt liegt es auf meinem Schreibtisch und ich lese es nach und nach zum zweiten Mal.

Dieses Buch ist anders! Es versucht weder mir einzureden, ich könnte Ruhe und Glück nur in der Meditation auf einer einsamen Insel fernab jeglicher Zivilisation finden. Noch versucht es mir ein schlechtes Gewissen zu machen, weil ich ja selber Schuld sei an meinem Alltagschaos und mich nur stärker anstrengen müsste, um die Dinge geregelt zu kriegen.
Dieses Buch predigt eine positive Form der Disziplinlosigkeit, mit der man sein Leben genießen kann, ohne sich ständig mit dessen Organisation zu plagen.

Interessiert? Hier ist der Titel:

Kathrin Passig, Sascha Lobo: Dinge geregelt kriegen - ohne einen Funken Selbstdisziplin

(Berlin: rororo 2010)

Montag, 22. November 2010

Hector die Zweite

Nein, eigentlich ist es das erste Buch der Reihe, aber für mich das zweite des Autors Francois Lelord, das ich lese.

Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück

Der Psychiater Hector kann die Menschen nicht glücklich machen und denkt über das Glück nach. Weil er ihm auf die Spur kommen möchte, macht er sich auf und reist um die Welt. Er trifft alte Freunde in verschiedenen Ländern, macht neue Bekanntschaften und lernt unterwegs unterschiedlichste Aspekte kennen, die irgendwie mit dem Glück zu tun haben.

Der Stil der Hector-Geschichten ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig, denn Lelord schreibt so, dass ihn wohl auch Kinder verstehen könnten. Aber hinter diesen scheinbar simplen Sätzen verbergen sich viele Lektionen zum Glücklichsein.
Wer schon Bücher zum Thema Glück gelesen hat, wird hier sicher nichts Neues finden. Dafür sind die verschiedenen Erkenntnisse verpackt in einer netten kleinen Geschichte.

Das dritte Buch der Reihe (Hector und die Geheimnisse der Liebe) habe ich ebenfalls im Regal stehen, werde es wohl demnächst auch lesen. Allerdings vermute ich, dass ich dann vom "Hector-Stil" genug habe.

Trotzdem eine brauchbare Bettlektüre.

Freitag, 15. Oktober 2010

Ich habe Hector entdeckt

Kennt ihr Hector, den nicht mehr ganz jungen Psychiater? Ich habe ihn auf dem Bücher-Wühltisch getroffen. Als ich sanft die Bücherstapel umschichtete, tauchte er unter einem Liebesroman auf und war gerade dabei, die Zeit zu entdecken. Ich hatte von ihm gehört, weil er schon auf der Suche nach dem Glück war und sich mit den Geheimnissen der Liebe beschäftigt hat. Jetzt konnte ich ihn persönlich kennenlernen.
Ich nahm ihn mit nach Hause und letzte Woche durfte er mich in den Urlaub begleiten.

Hector ist - schon beruflich bedingt - ein aufmerksamer und nachdenklicher Mensch. Ihm fällt in den Gesprächen mit seinen Patienten auf, dass anscheinend jeder die Zeit anders empfindet. Dem einen verfliegt sie zu schnell, dem anderen vergeht sie zu langsam. Gibt es die Zeit überhaupt? Vergangenheit existiert nicht mehr, Zukunft noch nicht und wenn ich den gegenwärtigen Moment betrachten will, ist er schon wieder vorbei.
Hector macht sich seine Gedanken, spricht mit Freunden und reist weit, um sich kompetente Unterstützung bei der Klärung seiner Fragen zu holen.

Francois Lelord, selber vom Fach, schreibt klar und einfach, fast kindlich. Und mit diesen scheinbar simplen Sätzen nimmt er die Leser an die Hand, lässt sie Hector begleiten und regt gleichzeitig zu eigenen Gedanken rund um das Thema Zeit an.

Ein Buch, das ich "gefressen" habe, das ich gar nicht mehr aus der Hand legen mochte. Und das eine Reihe von "Zeit-Etüden" enthält, die Hector als Übungen für seine Patienten notiert. Übungen, die auch für die Leser interessant sein können.

Ein Beispiel (Zitat):
"Zeit-Etüde Nr. 11: Verstecken Sie Ihre Uhr. Notieren Sie von Zeit zu Zeit, wie spät es Ihrer Meinung nach ist. Vergleichen Sie dann mit der Zeit auf Ihrer Armbanduhr."

Gestern habe ich mir die ersten zwei Bücher über Hectors Unternehmungen bestellt. ich bin gespannt.

Francois Lelord: Hector und die Entdeckung der Zeit
(München: Piper, 2009)


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Mittwoch, 15. September 2010

Und immer wieder Zusammentreffen

Im Zusammenhang mit meinem Dänemark-Urlaub habe ich gerade darüber geschrieben, dass ein Thema, mit dem man sich beschäftigt, plötzlich überall im eigenen Umfeld aufzutauchen scheint.
Der Psychoanalytiker C.G. Jung hat für diese Parallelität innerer und äußerer Ereignisse den Begriff Synchronizität verwendet.

Im letzten Jahr hatte ich mich mit dem Stichwort "Weg" auseinander gesetzt, mehrere Texte dazu geschrieben. Und zu dieser Zeit fiel mir das Buch "Ich bin dann mal weg" von Hape Kerkeling in die Hand: der Pilgerweg nach Santiago de Compostela. Wie passend. Als wir damals kurzfristig unsere Urlaubsplanung umwarfen und statt nach Dänemark nach Nordspanien fuhren, hatte ich das Buch gerade ausgelesen und konnte mir einige Teile der Strecke in natura anschauen. Synchronizität!

In den letzten Monaten ringe ich immer wieder mit meinen "künstlerischen Ambitionen" (so will ich das hier mal nennen). Ich wollte in diesem Jahr einen Roman schreiben (für den die Grundidee und einige Ansätze schon bestehen), doch ich finde den richtigen Zugang nicht. Dafür male ich verstärkt, kämpfe aber auch da mit meinen Grenzen.
Das wirft die Frage auf: Wie ernst ist es mir mit Schreiben und Malen? Ein Hobby oder mehr? Wie wichtig ist es für mein Leben, in diese Projekte Zeit und Energie zu stecken? Wohin will ich eigentlich? - Und wieder eine Frage nach dem Weg.

Die Bühne ist bereitet, der Vorhang hebt sich und wer tritt auf? Synchronizität in prachvoller Robe!

Seit einigen Monaten bin ich in einem Mal- und Zeichenforum aktiv, bei den Kritzelmeistern. Dort fand im Juni eine Bücher-Verlosung statt, bei der ich ein Exemplar gewonnen habe:
"Der Weg des Künstlers im Beruf" von Julia Cameron und anderen.
Hier geht es darum, die Herausforderungen im Berufsleben mit gesteigerter Kreativität anzugehen (ich drücke das mal stark vereinfach aus). Ich habe es zügig gelesen, um einen Überblick zu bekommen, ohne die konkreten Übungen durchzuführen.
Das Programm basiert auf einem anderen Buch von Julia Cameron: "Der Weg des Künstlers. Ein spiritueller Pfad zur Aktivierung unserer Kreativität".
Dieses Buch habe ich mir prompt als Taschenbuch gekauft und in den Urlaub mitgenommen. Nach einem ersten Schnelldurchgang habe ich von vorne angefangen, um mit dem Zwölf-Wochen-Programm zu arbeiten.
Ich gestehe, dass ich noch nicht sehr weit gekommen bin, weil ich nach dem Urlaub in die üblichen "Vermeidungsstrategien" verfallen bin ("Ich muss erst noch ...").
Spiritueller Pfad klingt schon ein bisschen esoterisch, aber ich habe mich in vielen Punkten wiedergefunden. Das Zulassen der eigenen Kreativität, den persönlichen Weg (!) suchen und finden, indem man z.B. auf die innere Stimme hört, das Wichtig-Nehmen von kreativen Tätigkeiten, das alles und mehr will Julia Cameron mit ihren Übungen unterstützen und fördern.
Ich werde mich wieder einlassen auf diesen Weg. Ich werde ihn weitergehen und bin gespannt, wohin er mich führt. Und ich weiß, dass ich unterwegs auf Personen und Ereignisse treffen werde, die zu meinem Weg passen. Synchronizität eben.

Samstag, 28. August 2010

Das Spiel des Engels

Erinnert euch der Titel an "Der Schatten des Windes"? Egal, ob ihr jetzt "Ja" oder "Nein" antwortet: Das Buch ist vom gleichen Autor, von Carlos Ruiz Zafón.
Und wieder entführt er die Leser in das Barcelona vor dem Spanischen Bürgerkrieg, wieder ist die Geschichte geheimnisvoll, düster, spannend.

Der junge Schriftsteller David Martín schreibt Schauergeschichten für einen kleinen Verlag, der sein Talent gnadenlos ausbeutet. Er träumt vom großen Roman, findet aber weder Zeit noch Kraft dafür neben seiner Fronarbeit an der Bücherserie. Da bekommt er von einem mysteriösen Verleger ein Angebot, das ihn in einen Strudel von Ereignissen zieht.

Zafón nimmt uns mit in eine Zeit, die zwar erst einige Jahrzehnte zurückliegt, die aber so weit von unserem Leben entfernt ist, dass wir in eine andere Welt zu tauchen scheinen. Und wie bei dem "Schatten des Windes" scheint nicht immer alles mit rechten Dingen zuzugehen.
Ich mag diese Mischung sehr, und ich mag vor allem den Schreibstil des Autors, der mich schon auf den ersten Seiten in seinen Bann zieht und mich mit dem Ich-Erzähler Martín durch die dunklen Gassen der Stadt und eine rasante Geschichte wandern lässt.
Ein Buch, das ich im Urlaub nicht zur Seite legen mochte.

Carlos Ruiz Zafón: Das Spiel des Engels
Fischer Taschenbuch, 710 Seiten

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Freitag, 20. August 2010

Chaos

Nein, es geht nicht um das Durcheinander nach dem Urlaub. Weder in der Wohnung noch im Garten. Es geht mal wieder um ein Buch, eins von denen, die ich im Urlaub gelesen habe.

Ich weiß gar nicht, woher ich es eigentlich habe. Gebundene Bücher kaufe ich selten, am ehesten finde ich sie auf Wühltischen, vielleicht auch auf dem virtuellen Wühltisch einer Internet-Buchhandlung.

Angesprochen hat mich natürlich zuerst der Titel, dann weckte der Klappentext meine Neugier. Ich zitiere:

"Was verbindet einen japanischen Sektierer mit einem Jazzfan in einem Plattenladen? Und was eine Frau auf einem heiligen Berg in China mit gewissen illegalen Börsengeschäften in Hongkong? Ein mongolischer Gangster, ein Kunstfälscher in St. Petersburg, eine Nuklearwissenschaftlerin in Irland, ein New Yorker Late-Night-DJ und ein mysteriöser Ghostwriter - alle tragen zu dieser Geschichte bei."

"Chaos" ist ein Roman, der eigentlich aus neun einzelnen Geschichten besteht. Vernetzt über Personen, die in einer Geschichte eine Hauptrolle spielen, in einer anderen am Rande erwähnt werden. Und dabei umspannen die einzelnen Handlungsstränge die ganze Welt. Spannend, einfühlsam und vielseitig geschrieben. Denn jedes Kapitel ist aus der Sicht einer der handelnden Personen geschrieben und jeweils mit ganz eigener Stimme.

Erinnert euch das an etwas? Letztes Jahr habe ich über den Roman "Ruhm" von Daniel Kehlmann geschrieben. Gleiches Prinzip, andere Story. "Chaos" ist allerdings älter (ursprüngliches Copyright 1999).
Interessiert? Dann sucht entweder nach der gebundenen Ausgabe als Restposten oder nehmt das Taschenbuch von 2006.

David Mitchell: Chaos. Ein Roman in neun Teilen

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Dienstag, 20. Juli 2010

Werkzeugkiste für Schreiberlinge

Mal wieder ein Buchtipp von mir für alle Schreibbegeisterten.

Roy Peter Clark vom Poynter Institute (Florida), einer der renommiertesten Journalistenschulen, hat aus seinen gesammelten Erfahrungen dieses Buch destilliert.
Er stellt einen Werkzeugkasten vor, in dem für alle Phasen des Schreibens (und Überarbeitens) Notwendiges und Nützliches versammelt ist. Und zwar nicht nur für Romanautoren, sondern auch für Journalisten und Texter im weitesten Sinn.

Er beginnt bei grundlegenden Informationen zum Gebrauch von Verben, Adverbien, Zeichensetzung und mehr. Weiter geht's mit sogenannten "Spezialeffekten", dem Einsatz von Satzlängen, Schlüsselwörtern, der eigenen Stimme über Planungsmöglichkeiten (Dialoge, Spuren legen, Cliffhanger) bis zu "nützlichen Gewohnheiten". Dabei geht es um Zielvorgaben, Recherche, Materialsammlungen und Umgang mit Kritik, um nur einige Punkte zu nennen.

Vieles habe ich schon in anderen Schreibratgebern gelesen, aber die Zusammenstellung und die Übersichtlichkeit in diesem Buch gefallen mir sehr. Beispiele aus allen Bereichen des Schreibens illustrieren die einzelnen Themen und am Ende jedes Kapitels gibt es einen Workshop mit Aufgaben, anhand derer man das jeweilige Werkzeug anwenden kann (an fremden und eigenen Texten). Oder man benutzt es einfach als Nachschlagewerk, um sich einzelne Aspekte zwischendurch wieder bewusst zu machen.
Ich habe es ab jetzt griffbereit am Schreibtisch stehen.

Roy Peter Clark:
Die 50 Werkzeuge für gutes Schreiben

Autorenhaus Verlag 2009, 19,80 €

Donnerstag, 10. Juni 2010

Herta Müller persönlich

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Ich hatte im letzten Jahr erzählt, dass ich "Atemschaukel" von Herta Müller lesen wollte - gleichzeitig mit internetten Freunden, damit wir darüber diskutieren könnten.
Ich war damals begeistert von diesem Buch, nachdem ich mich etwas eingelesen hatte.
Das Thema "Arbeitslager" liegt schwer im Magen, das Leben dort wird in aller Deutlichkeit dargestellt. Aber Herta Müller wählt dafür eine klare, sehr poetische Sprache. Was für ein Kontrast. Die Sprache empfand ich beim Lesen als eine Art Flucht aus dem Lageralltag, damit die Schrecken durch die Worte erträglicher werden. Ein sehr berührendes Buch.

Ich habe mir gedacht: nach einer Weile möchte ich mehr von ihr lesen. Möchte sehen, wie ihre Sprache variiert mit dem Stoff, den sie anpackt. Ich habe mich nach längerem Zögern für eine Sammlung von Essays entschieden, in denen Herta Müller Aspekte ihres Lebens unter die Lupe nimmt. Ihre Kindheit nach dem Krieg als Deutschstämmige im Rumänien Ceaucescus, ihr Erwachsenwerden, die Repressalien, denen diejenigen ausgesetzt waren, die nicht systemkonform dachten und sprachen, das Leben nach der Ausreise nach Deutschland als Fremde dort, obwohl die Sprache ihre Sprache ist aber doch ganz anders.

Immer wieder steht die Sprache als Ausdruck des Denkens, unterschiedlichen Denkens im Vordergrund. Die verschiedenen Bedeutungen, die in denselben Worten stecken können, je nach dem Hintergrund, den der sprechende oder hörende Mensch hat.
Ich war wiederum fasziniert von Müllers Sätzen, von ihren Formulierungen, die Empfindungen transportieren können, die mir ein klein wenig den Vorhang von einem Stück Geschichte, einem Schicksal gehoben haben.

Herta Müller: Der König verneigt sich und tötet

(Fischer Taschenbuch, 9,95 €)

Dienstag, 27. April 2010

Vier Seiten für ein Halleluja

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Nein, hier wird nicht geschossen oder geprügelt, wie damals bei Bud Spencer und Terrence Hill.
Hier werden Romananfänge unter die kritische Leselupe genommen von Hans Peter Roentgen, vielen bekannt vom Autoren-Newsletter "Tempest" oder dem Montségur Autorenforum.

Roentgens Aufruf an Leser von "Federwelt" und "Tempest", ihm die ersten vier Seiten ihrer Romane zu schicken, bekam lebhafte Resonanz. Mehr als vier Seiten lesen Lektoren üblicherweise nicht, bevor sie sich ein erstes Urteil über einen Text bilden. Denn was auf den ersten Seiten schief läuft, wird sich als Problem meist auch durch die anderen Seiten ziehen.

An 19 Beispielen erläutert Roentgen typische Fehler, die AutorInnen machen können und gibt ganz konkrete Verbesserungsvorschläge. Über zu viel Information und zu wenig, über Perspektive, Zeit und Szenenfolgen bis zur bekannten Forderung: "Show, don't tell!".
Als Leserin dieses "Schreibratgebers der etwas anderen Art" kann ich mir über die besprochenen Texte zuerst selber Gedanken machen, bevor ich Roentgens Kritik nachvollziehe und versuche, daraus Konsequenzen für mein eigenes Schreiben zu ziehen (das zur Zeit übrigens immer noch ziemlich brach liegt).

Mein Tipp also:

Hans Peter Roentgen: Vier Seiten für ein Halleluja

Sieben-Verlag 2008, 12,90 €

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Auf Travellers Pfaden

unterwegs - Geschichten, Gedichte und Bilder

Wolkenlicht und Meeresatem

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