Erlebtes

Mittwoch, 18. November 2009

zurück von einer Vernissage

Ihr erinnert euch: ich hatte mich getraut, mich letztens für eine Gemeinschaftsausstellung eines Kunstvereins hier in der Nähe anzumelden. Meine Bilder waren zwar nicht dabei (nur 40% der eingereichten Werke konnten auch aufgehängt werden und die Auswahl war super), dadurch bin ich aber im Verteiler der Einladungen gelandet.

Und heute war ich mit einer Freundin auf der Vernissage einer neuen Ausstellung des Kunstvereins.
Die abstrakten Arbeiten zweier Künstlerinnen werden ausgestellt.

Heike Kehres-Woost arbeitet vornehmlich mit Eisenplatten, Schiefer, Holz und Pigmenten, was spannende Bilder und Objekte ergibt, ebenfalls Strukturen und eine ganz eigene Farbpalette.

Ursula Wiesemes arbeitet mit Acryl auf Leinwand, schöpft bei Farben aus dem Vollen und schafft Strukturen, die ausgesprochen lebendige und anregende Bilder ergeben.

Zwei sehr unterschiedliche Künstlerinnen, auch in ihrem Werdegang und im Alter. Und doch passen die Werke gut zueinander und ergänzen sich.

Eine anregende Vernissage (bald ist Wochenende und ich habe wieder Zeit zum Malen), ein schöner Abend mit einer Freundin und als wir gingen der Zuruf von der Organisatorin: "Bis zum nächsten Mal."
Dem haben wir gerne zugestimmt.

Samstag, 24. Oktober 2009

Jungfernwein

Wird ein neuer Weinberg angelegt, dauert es meist drei Jahre, bis zum ersten Mal Trauben gelesen werden. Den Wein, der aus diesen Trauben gekeltert wird, nennt man Jungfernwein. Es gibt ihn also immer nur einmal in jedem Weinberg.

Das alles wusste ich, obwohl ich gerne und regelmäßig Wein trinke, bis vor wenigen Monaten noch nicht.
Damals bekam ich eine E-Mail von einem Herrn aus dem Saarland. Er schrieb mir, dass er in seiner Freizeit Wein anbaut und einen aufgelassenen Weinberg neu angelegt hat. Für den 2008 gekelterten Jungfernwein sei er bei der Suche nach einer Figur für das Flaschenetikett auf eine Zeichnung von mir gestoßen.
Erinnert ihr euch? Ich hatte Sternzeichen-Gedichte geschrieben und jedes mit einer kleinen Skizze illustriert.
Die stilisierte Jungfrau gefiel ihm so gut, dass er anfragte, ob er sie verwenden dürfe. Er würde sich gerne dafür erkenntlich zeigen. Natürlich habe ich "ja" gesagt, erfreut und stolz.
Inzwischen hat der Wein seine Prüfung hinter sich und die Etiketten kleben auf den Flaschen. Mit meiner kleinen Jungfrau.

Heute klingelte unsere Postbotin und überreichte mir ein Paket. Drei Flaschen des Jungfernweins hat der nette Herr von der Saar mir als Dankeschön geschickt. Ich habe mich riesig gefreut.
Probieren werde ich den Riesling in etwa vier oder fünf Wochen, denn er muss sich erst im Keller von der Reise erholen. Aber zeigen kann ich ihn euch heute schon.



Freitag, 23. Oktober 2009

Liegt es am Wetter?

Oder warum hat mich heute so langsam, still und leise ein Aufräum-Virus gepackt?

Eigentlich wollte ich nur ein paar Ableger eintopfen.
Und ein paar Kleinteile wegräumen.
Dann habe ich im "Künstlerzimmer" (unser Gästezimmer, in dem ich mein "Atelier" habe) vor den übervollen Bücherregalen gestanden und habe den Staub gesehen.
In diesem Staub hat er wohl gesessen, der Virus.

Ich habe kräftig geniest und dann alle - in Worten alle ! - Bücher aus den Regalen geholt.
Habe die Regale sauber gewischt.
Einen Teil der Bücher (z.B. Schulbücher über Erdkunde und Geschichte, Englisch, Französisch und Latein) in Kisten verpackt und auf den Speicher geschleppt.
Die anderen Bücher ordentlich wieder in die Regale geräumt und siehe da: jetzt passen sie alle rein und es ist noch etwas Platz für Neuerwerbungen.
Und wenn ich nicht hätte kochen wollen, dann hätte ich sicher noch weiter in den Ecken gekramt, Schränke ausgeräumt, vielleicht ein paar Kleidungsstücke aussortiert.

Aber das Wochenende kommt ja noch ! ;-)

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Physik am Mittwoch

An der Fachhochschule in Gummersbach (der Campus gehört zur FH Köln) läuft eine offene Vorlesungsreihe

"Physik am Mittwoch".

Jeden Mittwoch von 13:15 bis 14:15 Uhr eine Stunde Physik, jedesmal ein anderes Thema.
Da bei uns zur Zeit Herbstferien sind und ich am Nachmittag keine Schüler habe, konnte ich sowohl letzte Woche als auch heute dabei sein.

Letzte Woche ging es um die Frage "Ist das Universum dreidimensional?", heute standen "Kleinste Kräfte" im Mittelpunkt.
Der Dozent hat uns keine Formeln um die Ohren geschlagen, sondern hat Überblicke gegeben über Entwicklungen und grundlegende Fragestellungen. Mit den Vorkenntnissen aus der Schulzeit (gut, ich habe immer gerne Physik gemacht) konnte ich ihm gut folgen und habe viele neue Eindrücke bekommen.

Wenn es möglich ist, werde ich noch öfter diese Vorlesungsreihe besuchen, denn einige der Themen finde ich ausgesprochen spannend. Die Themenübersicht findet sich hier.

Und auf der Busfahrt in die Stadt und zurück ist das kleine "Shakespeare-Sonett" entstanden, dass ich heute (statt Bericht und Bildern aus Leiden) hier einstelle.

Samstag, 10. Oktober 2009

platt - leer - erschöpft ...

.
... aber glücklich !!!

Ein anstrengender und aufregender Tag liegt hinter mir.
Ich hatte im Sommer bei einer Veranstaltung im Hotel artgenossen die Künstlerin Ulrike Stausberg kennengelernt.
Sie bietet Kreativ-Erlebnistage an unter dem Motto klecks-und-kritzel, und ich hatte mich damals angemeldet.

Ein Tag, in dem in kleiner Gruppe (wir waren heute sechs Frauen) mit Acrylfarben zuerst auf Papier, dann auf Leinwänden gearbeitet wird. Mit Pinseln, Spachteln, den Fingern. Niemals mit dem Kopf, immer aus dem Bauch heraus.

Ein Tag, an dem wir ganz viel gearbeitet haben, zuerst beim Schaffen der Bilder, dann beim "Sehen-lernen" anhand unserer Werke. Mehr möchte ich nicht verraten, denn wer einen solchen Tag ausprobieren möchte, sollte unbelastet hineingehen.

Ein Tag, der ungeheuer spannend war, von dem ich viel für meine eigenen Arbeiten mitnehmen kann. Denn ich hatte schon öfter feststellen müssen, dass ich immer wieder zu sehr mit dem Kopf arbeite. Und dass Bilder dann "steril" oder steif werden.

Aber auch ein Tag, der mich ausgepowert hat, so dass ich jetzt den Krimi im ZDF genießen werde, um wirklich "runter zu kommen".

Die entstandenen Bilder werde ich euch morgen und übermorgen zeigen.

Habt einen schönen Abend !

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Kunststunde

Letzte Woche der Anruf einer Freundin:
"Ich habe eine Führung zur Sonderausstellung im Wallraf-Richartz-Museum in Köln gewonnen. Van Gogh, Schuhe. In das Museum wollte ich sowieso schon lange mal. Und da habe ich an dich gedacht. Dich interessiert das doch auch, oder?"
"Aber ja", habe ich geantwortet, "wann findet deine Führung denn statt?"
"Am nächsten Mittwoch gegen halb eins. Und vorher würde ich gerne durch das Museum selber gehen."
Ich kalkulierte kurz, dass wir locker um halb drei wieder zu Hause sein konnten, die Nachhilfe begann um drei Uhr, das passte. Ich sagte zu und wir beide haben uns heute Morgen auf den Weg gemacht.

Viertel nach zehn standen wir im Museum an der Kasse. Vor uns eine Gruppe Vorschulkinder mit ihren Begleiterinnen, der Kassierer telefonierte, zuckte entschuldigend die Schultern, telefonierte weiter. Anscheinend war etwas mit der Anmeldung der Gruppe und ihrer bestellten Führung schief gelaufen. Nach einer Weile zog die Gruppe mit einer Museumspädagogin ab und wir konnten Eintrittskarten kaufen. Die Einladung zur Führung gab meine Freundin ab, erhielt die Info, dass ich mitgehen dürfe, wenn die Gruppe nicht zu groß sei.

Jetzt hatten wir zwei Stunden Zeit, uns die Sammlung des Museums anzuschauen. Laut Plan befanden sich im ersten Stock das 13. bis 16 Jahrhundert, darüber das 17. und 18. und ganz oben dann das 19. Jahrhundert, das uns vor allem interessierte. Aufzug? Wir doch nicht, wir nehmen die Treppe. Und die zieht sich ganz schön, denn die Geschosse sind hoch im Wallraf-Richartz-Museum.
Eine Stunde lang sind wir durch die oberen Räume von Bild zu Bild gebummelt, vorbei an italienischen Landschaften, Selbstportraits verschiedener Maler, Werken bekannter Künstler wie Renoir, Gauguin, Sisley und anderen. Vor einem Seerosenbild von Monet hatte sich eine Klasse versammelt und hörte einer Museumspädagogin zu, die über Leinwände, Farben und Malstile sprach. Wir blieben eine Weile und lernten. Die Klasse zog weiter, wir auch. Ein ruhiges Treiben-lassen, Bilder-betrachten, Eindrücke-austauschen.
Eine Pause im Bistro, dann zur Sammelstelle für die Führung.

Und wieder in den dritten Stock, wieder Stufe um Stufe die Kunst erklimmen. Im Halbkreis um das Bild scharen. Stille.
Ein ganzer Ausstellungsraum und nur ein Bild.
"Schuhe" von Vincent van Gogh, gemalt 1886 in Paris.
Rundum an den Wänden Zitate verschiedener Philosophen, Kunsthistoriker und anderer Menschen, die sich mit der Interpretation des Bildes beschäftigt haben.
Ein Bild, auf dem ein Paar ausgetretener Stiefel dargestellt ist in erdigen Farbtönen. Ein Bild aus der kurzen Zeit, in der die Brüder Vincent und Theo in Paris zusammen lebten, in der sie sich keine Briefe schrieben. Ein Bild, über das man keine direkten Informationen des Malers hat, und das deshalb immer wieder zu Diskussionen über das Werk und die Kunst an sich führte.

Martin Heidegger philosophierte 1936 anhand der "Schuhe" über das Wesen eines Kunstwerkes. Die Schuhe - für ihn diejenigen einer Bäuerin - zeigen ihr Wesen erst im Bild, nicht in der Realität, wo sie einfach benutzt werden. Im Gemälde können wir von den konkreten Schuhen am Fuße eines Menschen abstrahieren, können die Mühsal des Lebens erkennen, den langen und schweren Weg, den sie symbolisieren. (So ungefähr jedenfalls.)
Dem widersprach 1968 der amerikanische Kunsthistoriker Meyer Schapiro, der die "Schuhe" einordnet anhand von Informationen über van Gogh selber, der sie als seine persönlichen Schuhe sieht, eine Art Selbstportrait.
1978 beschäftigt sich der französische Philosoph Jean Derrida mit van Goghs "Schuhen" und den vorherigen Interpretationen. Er versucht, die Schuhe nicht als Paar zu sehen (wir seien zu sehr vom Paar-denken geprägt, meint er), sondern als zwei Individuen. Wenn man genau hinschaut, wirken die Schuhe auch verschieden (Größe, Schnürung), als gehörte einer Vincent und der andere seinem Bruder Theo.
Und vielleicht sind sie ja einfach eine Form von Stillleben, mit dem sich die Impressionisten unter einem neuen Aspekt beschäftigt haben: Alles verdient, gemalt zu werden.

Eine Ausstellung, die ich ausgesprochen spannend finde. Gerade weil sie auf dieses eine Bild beschränkt ist und trotzdem viele Facetten bietet. Und weil sie bewusst zum Nachdenken und Weiterdenken anregt. Und das kann man ja auch bei anderen Werken machen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 10 Januar 2010 im Wallraf-Richartz-Museum in Köln zu sehen.

P.S.: Meine Freundin und ich haben beschlossen, von nun an öfter mal solche Exkursionen zu machen.

Sonntag, 30. August 2009

Wie mag sie sein?

Ich hatte Bammel, ein bisschen wenigstens. Wahrscheinlich nicht nur ich. Eine weite Autofahrt hat uns nach Süden geführt in das Pflegeheim, in dem meine Großtante seit etwa zwanzig Monaten lebt. Über ein Jahr hatten wir sie nicht mehr gesehen, nicht gesprochen (sie hat kein Telefon auf dem Zimmer), nur über eine Bekannte von ihr gehört und Grüße ausrichten lassen. Und hin und wieder eine Karte geschrieben, denn Briefe, die sie früher immer gerne las, sind ihr heute zu lang und zu anstrengend. In knapp einem Monat wird Tante Hanni 98.

Bis vor zwei Jahren lebte sie noch alleine in ihrer Wohnung, allerdings nicht mehr ganz so souverän wie früher. Da ist sie mit dem Rollator einkaufen oder am Rhein spazieren gegangen, ließ sich regelmäßig beim Friseur die Haare färben und achtete penibel auf ihr Äußeres. Sie schimpfte immer über die "alten Frauen" - die oft zwanzig Jahre jünger waren als sie - und dass die sich gehen ließen. Sie kochte gerne und gut, ging aber auch regelmäßig zum Essen aus und verputzte locker ein großes Schnitzel oder zwei Scheiben Braten.
Irgendwann ließ ihre Kraft nach und vor zwei Jahren stürzte sie in ihrer Wohnung, kam mit Oberschenkelhalsbruch ins Krankenhaus. Sie bekam eine neue Hüfte, überstand die Operation, aber die Ärzte diagnostizierten Demenz und erklärten, sie könne nicht mehr alleine leben. Seitdem hat sie einen vom Amtsgericht bestellten Betreuer und ein Einzelzimmer im Pflegeheim.
Als wir (meine Mutter, Holger und ich) sie kurz nach ihren Einzug dort besuchten, erkannte sie uns nur mühsam, warf Namen und Orte durcheinander und wiederholte alle paar Minuten Fragen oder Erzählungen wie ein Tonband.
Wie würde es ihr inzwischen gehen?

Wir klopften an ihre Zimmertür und öffneten, als wir ihre Stimme hörten. Sie fragte, wer da sei, meine Mutter schaute um die Ecke und Tante Hanni rief erstaunt und erfreut:
"Ruthchen, wie kommst du denn hierher? Ach, Uta und Holger, ihr kommt mich alle besuchen, wie schön!"
Uns fiel ein ganzer Haufen Steine von den Herzen. Sie lachte mit uns, fragte, wie es uns ginge, was wir denn so machten und erzählte, dass sie sich im Heim sehr wohl fühlen würde. Man ließe ihr ihre Freiheit, das Essen wäre gut und sie bräuchte sich um nichts mehr zu kümmern.
"Irgendwann wird es einfach zu beschwerlich, wenn man alles selber machen muss."
Drei Stunden haben wir mit ihr verbracht, haben erzählt, haben gelacht, im Café Pflaumenkuchen mit Sahne gegessen. Ich weiß nicht, wie oft wir ihr zugestimmt haben, dass es uns gut geht, wie oft wir erklärt haben, wo wir - seit fünfzehn Jahren fast - wohnen, was wir arbeiten und dass Mutti gleich gegenüber lebt. Sie ist vergesslich, aber das scheint sie nicht zu stören. Sie wirkte ausgeglichen und zufrieden. Und das ist die Hauptsache.
Wir haben uns verabschiedet mit dem Versprechen, nicht so lange mit dem nächsten Besuch zu warten, vorsichtig zu fahren und gut zu Hause anzukommen.

Auf der Heimfahrt fahren wir alle recht still. Ich glaube, jeder hing ähnlichen Gedanken an die Zukunft nach.

Sonntag, 23. August 2009

Schlag um Schlag

Das Wasser schimmert dunkelgrün, ein leichter Wind treibt glitzernde Wellenstreifen vor sich her. Rundum Wald, dichter, grüner Sommerwald aus Buchen, Erlen und Fichten. Das steile Ufer steinig und doch an vielen Stellen von Badegästen belagert, die diesen Sommersonntag an der Aggertalsperre genießen wollen.

Wir schauen uns das alles aus der Entfernung an, von der Seeseite aus, denn Holger-Schatz und ich sitzen in unserem neuen Paddelboot. Eigentlich wollten wir es ja in Dänemark einweihen, waren aber stattdessen die spanische Atlantikküste entlang gefahren (stimmt, die Reiseimpressionen sollte ich dringend vervollständigen).
Und bevor wir nun demnächst für ein paar Tage zur Müritz aufbrechen, muss das Kajak doch endlich Wasser unter den nicht vorhandenen Kiel bekommen.

Ohne Mühe haben wir unsere "Gummikuh" (denn unser Boot ist ein aufblasbares Gefährt, stabil und seetüchtig und nicht vergleichbar mit Plastik-Badebooten) ans Ufer getragen, sind vorsichtig (mit dem Hinterteil voran, also mit unserem) eingestiegen und losgepaddelt.
Vor vielen Jahren hatte ich schon einmal so ein Gummi-Kajak, ausgiebig genutzt auf Seen, am Meer, sogar auf der Weser. Mit meinem Doppelpaddel konnte ich damals recht gut umgehen, habe Wind, Wellen und Wasserspritzer nicht gescheut.
Jetzt haben wir zwei Doppelpaddel, damit Holger-Schatz und ich uns beide anstrengen dürfen. Und jetzt müssen wir erstmal lernen, uns nicht gegenseitig damit zu erschlagen.
Ich bitte ihn - er sitzt vorne im Boot - einfach gleichmäßig zu paddeln. Ich selber will versuchen durch meine Schläge zu steuern.
Die Paddel tauchen klatschend ins Wasser, und ich überlege, wie die Indianer es geschafft haben, sich fast lautlos mit ihren Kanus an ihre Feinde anzupirschen. Unser Boot fährt Schlangenlinien, als wollte es auf der Talsperre tanzen. Es driftet mal nach rechts, mal nach links, je nachdem auf welcher Seite wir gerade mit mehr Kraft durchziehen. Das Ganze wirkt, als wären wir uns über die Richtung nicht einig oder würden uns ständig neu entscheiden.

Aber das sind nur Startschwierigkeiten. Nach einer Weile geht es besser und wir paddeln in aller Ruhe bis ans eine Ende der Talsperre und wieder zurück, weichen Schwimmern, Hunden und Tretbooten aus und lassen uns kurz vor der Staumauer für ein paar Minuten einfach treiben.
Ein lautes Klatschen in unserem Rücken lässt uns herumfahren. In der Nähe der Staumauer plantschen ein paar Jungen im Wasser. Da wird doch nicht etwa einer von ihnen ... Und ob! Und zwei von ihnen tun es nochmal. Sie steigen aus dem Wasser, verschwinden einen Moment im Wald, tauchen an der Staumauer wieder auf. Ein paar Schritte den Fußweg entlang, dann hurtig über das Geländer und unter Johlen fast zehn Meter in die Tiefe. Gut, dass kein Polizist sie beobachtet hat.

Schließlich haben wir genug von unserer Testfahrt. Fast neunzig Minuten Paddeln gehen ganz schön in die Arme und Schultern und ich vermute, dass wir beide morgen über Muskelkater klagen werden. Aber das war dieser Ausflug allemal wert.

Samstag, 15. August 2009

Indianer bei uns im Dorf

.
An diesem Wochenende ist Sommerfest in Mittelagger, in diesem Jahr mal wieder als Indianerfest.
Im Laufe der Woche haben wir aufgebaut, die ersten Indianer sind eingetroffen und gestern gab es noch einen ausgiebigen Arbeitseinsatz.
Der schloss dann gegen acht Uhr abends mit gemeinsamem Gulaschsuppenessen und Lagerfeuer ab. Und am Lagerfeuer gibt's natürlich Gitarrenbegleitung zu allerlei Liedern von "Country Roads" bis zu "Wir lagen vor Madagaskar".
Im Bett waren wir gegen halb eins.

Heute und morgen geht es dann rund auf unserm Dorfplatz, das Wetter wird super und wir hoffen auf viele Gäste.
Ich verabschiede mich mal für die nächsten zwei Tage vom Internet mit ein paar Bildern von gestern Abend. :wink













Montag, 3. August 2009

Gekochte Kunst

Freitag, 31. Juli 2009, 19.00 Uhr. Holger-Schatz und ich parkten in Lindlar nahe dem Hotel artgenossen, wie wir das schon einige Male getan haben. Es war wieder Zeit für "KünstlerInnen bitten zu Tisch". Auch wenn ich an diesem und am kommenden Tag einiges zu tun hatte für Holgers Geburtstagsparty, wollte ich unbedingt hierher. Vielleicht sogar gerade deshalb, denn so konnte ich einen entspannten Abend genießen.

Für diejenigen, die meine früheren Berichte über die Veranstaltungsreihe nicht kennen, eine kurze Info:
Das Hotel artgenossen veranstaltet an jedem letzten Freitag im Monat einen Abend, der eine vierwöchige Ausstellung in den Räumen des Restaurants einleitet. Künstler oder Künstlerin bestimmen einerseits, was die Küche als Buffet serviert, andererseits gestalten sie den Ablauf des Abends. Zwischen den Gängen finden z.B. musikalische Darbietungen, Lesungen, Künstlergespräche statt. Außerdem hat man ausreichend Möglichkeiten, die Werke zu betrachten und mit den Beteiligten zwanglos über ihre Arbeiten oder das Wetter zu schwatzen.

Schon im Internet hatte ich auf der Homepage von Ulrike Stausberg gestöbert, war von ihren Collagen und ihrer Malerei begeistert. Abstrakt und doch so bildhaft, vielseitig und doch eine Linie. Ich las, dass sie mit unterschiedlichsten Materialien wie Papier, Folien, Blei- und Buntstiften, Acrylfarbe, Lacken und mehr arbeitet, dass sie ihre Werke regelrecht "kocht", damit die Elemente sich untereinander und mit der Leinwand verbinden. Das musste ich in Natura sehen!

Der Abend war herrlich! Ulrike Stausberg erklärte, wie die Auswahl der heutigen Speisen zustande gekommen war: Sie sei Künstlerin und damit nicht reich. Und sie habe beschlossen, heute sollten wir essen, was auch sie sonst isst. Heringsstip, Kartoffeln, diverse Dips und Salate. Einfach aber soooo gut. Dass die Küche geschimpft habe über viel Schnippelei und dass es ja gar nicht ginge, nur Joghurt und keine Sahne zu verwenden. Aber Joghurt mache schließlich schlank, was man an ihr sehen könne (fröhliches Lachen, denn sie ist nicht wirklich schlank).
Der Abend startete mit sanfter Gitarrenmusik und einigen Texten, die sie selber las (eine angenehme und ausdrucksstarke Stimme). Danach haben wir uns den Bauch mit den Leckereien vollgestopft und uns angeregt mit unseren Tischgenossen unterhalten. Es ist immer wieder spannend, welche Menschen man an so einem Abend kennenlernt.

Mit der Künstlerin habe ich natürlich auch gesprochen. Ich wollte doch unbedingt wissen, was sie unter "Kochen" ihrer Bilder versteht, denn sie würde die Leinwände bestimmt nicht in Kochtöpfe stecken und auf den Herd stellen.
Sie lachte. Nein, das könnte man zwar auch machen, aber das wäre dann eine andere Technik. Sie würde die Hitze - mehrere Hundert Grad - zu ihren Bildern bringen mit einem Heißluftgebläse. Allerdings müsste man da ziemlich aufpassen, sie hätte früher auch schon Bilder abgefackelt.
Und wenn ich an einem Kreativ-Erlebnistag interessiert wäre, sie würde in diesen Räumen regelmäßig welche veranstalten, im Oktober wären noch Plätze frei. Gestern habe ich mich angemeldet!

Auf Travellers Pfaden

unterwegs - Geschichten, Gedichte und Bilder

Wolkenlicht und Meeresatem

Buchcover

Meine Bücher ...

... können am einfachsten über mich bestellt werden. Auf Wunsch signiere ich sie gerne. Schickt mir einfach eine Mail an: uta (ät) loeskenweb (punkt) de

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

Auf zu neuen Ufern !
. Der Frühling steht vor der Tür und mit...
Uta-Traveller - 1. März, 08:34
Fragment
. Atempause unter freiem Himmel. Die Sterne funkeln,...
Uta-Traveller - 28. Februar, 13:53
ehrenWORT: Platzmangel!
Nochmal erst am Dienstag alle Beiträge dann...
Uta-Traveller - 27. Februar, 16:28
Zu Hause in Venedig
Vor zwei Wochen gab es im Fernsehen einen Dokumentarfilm,...
Uta-Traveller - 26. Februar, 20:01
Gelb-Rot-Blau
Mischtechnik auf Leinwand, jeweils 20 x...
Uta-Traveller - 25. Februar, 13:01

Achtung !

Texte und Bilder unterliegen - soweit nicht anders vermerkt - meinem Urheberrecht und dürfen nicht ohne vorherige Nachfrage kopiert, verändert oder verwendet werden. Wenn Interesse an einem Text oder Bild besteht, bitte ich, mich anzuschreiben.

AN ALLE KURT-FANS

Kurt soll noch viele Geschichten erleben. Kurt soll noch vielen Menschen begegnen. Habt Ihr Ideen für Kurt's Geschichten? Dann schreibt mir eine E-Mail an: uta at loeskenweb dot de

Suche

 

Status

Online seit 3896 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 8. August, 02:00

Credits

vi knallgrau GmbH

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page
xml version of this topic

twoday.net AGB


Advent 2009
Advent 2010
Advents-Geschichte
AMidP
Bilder
Bücher
ehrenWORT
Erlebtes
erzählt
Gereimtes
japanisch inspiriert
Kritzeleien
kurz und prosaisch
Kurzkrimis
Limericks
Lyrik
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren