Lyrik
wie lange mussten wir
auf Apfelblüten warten
und schon sind in der Hitze sie
verblüht
wie lange wird uns
Maigrün von den Bäumen grüßen
bevor es dunkelt hin zum
Herbst
aus Blüten werden Früchte
mit längst gelegtem Keim
vom Laub behütet bis ins nächste
Jahr
Uta-Traveller - 12. Mai, 19:55
weht Mailuft mir
die Wolken von der Stirn
pulst in den Schläfen
Sonnenwärme
strömt durch die Adern
helles Tulpenrot
des Löwenzahnes Gelb und
Blau der wilden Veilchen
mit jedem Atemzug zieht
Frühling in mir ein
Uta-Traveller - 6. Mai, 20:51
der Speicher vollgestopft
mit Sperrigkeiten
verstellt der Weg
durch unnützen Ballast
kein Durchkommen
und manch versteckter Schatz
bleibt ungehoben
bis ich den Mut gefunden
Fenster aufzureißen
ich lüfte räume
was mich hindert fort
ich krame in entfernter Ecke
fördere ans Licht
Erinnerung und Wissen
Uta-Traveller - 21. April, 19:57
vor mich hingesummt
ohne Gedanken an nichts
den Spaten in die Erde gestochen
Berge auf die Schubkarre gehäuft
geschoben geleert gefüllt
gleichmäßiger Rhythmus
Muskeln gespannt und gelockert
am Ende des Tages
erschöpft aber
zufrieden
Uta-Traveller - 19. April, 20:16
des Kaisers neue Kleider sind
aus Luft genäht
mit Lügenfäden
und gefüttert mit
verführerischer Schmeichelseide
ich wünsche mir den
klaren Blick und
Mut des Kindes
laut zu rufen
der hat ja
überhaupt nichts an
Uta-Traveller - 15. April, 21:07
in unsere Gefühle ist
April gefahren
löscht sonnenwarme Haut
mit kaltem Schauer
treibt Hagel in mein Haar
und lässt mich frösteln
Momente später nur
wärmt deine Sonne mich
aufs Neue
streicheln ihre Strahlen
meine Haut
welcher Monat wird
dem Wetterchaos folgen
Mai oder Januar
Uta-Traveller - 14. April, 19:58
zwei rote Milane
kreisen vor Wolken
die Flügel gebreitet
ziehen sie Bahnen
steigen empor
ihr gemeinsamer Flug
ein müheloses Gleiten
so scheint es
ein Ziel treibt sie über
den Horizont fort
ich möchte mit dir
wie die Milane fliegen
vom Aufwind getragen
den Himmel erklimmen
in schwindelnde Höhen
Uta-Traveller - 10. April, 20:22
in einer stillen Zeit
an diesem oder anderm Tag
werden Gedanken
laut in mir
bin ich die Forsche
die mit festem Schritt
im Dunklen
durch die Straßen geht
bin ich die Sanfte
der die Rücksicht
auf jeden
um die Nase weht
Hausmütterchen
Karriereweib
der Vamp
die Intellektuelle
wer bin ich
will ich sein
was bleibt
wenn eines Tages
ich nicht mehr bin
was ist der Sinn
des Lebens
meines Lebens
dann blinzle ich und
wische dieses Fragen
fort und
lebe
Uta-Traveller - 29. März, 19:49
ich habe euren
Ruf gehört
das Rauschen eurer
Schwingen in der Nacht
der Zug gen Norden
früh dies Jahr
vertraue euch und
hoffe auf den
Lenz
Uta-Traveller - 28. März, 20:44
in verschatteten Nischen
kümmern Schneereste
mottenzerfressene Decken
am Straßenrand
türmen sich grauweiße Gebirge
zerhöhlte Skulpturen
mit jedem Sonnenstrahl
werden die Löcher größer
sacken die Berge zusammen
richte ich mich durchatmend auf
Uta-Traveller - 27. März, 21:08