Schlaglichter
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Bis vor 20 Jahren dachten die meisten beim Datum "9. November" an die sogenannte Reichskristallnacht, die Nacht im Jahr 1938, in der jüdische Einrichtungen zerstört und viele Juden verletzt oder ermordet wurden.
Dann kam das Jahr 1989 und der Eiserne Vorhang riss auf, zuerst an der ungarisch-österreichischen Grenze und dann, am Abend des 9. Novembers, an der deutsch-deutschen Grenze: Die Berliner Mauer öffnete sich.
Zwanzig Jahre sind eine lange Zeit, fast mein halbes Leben. Und doch erinnere ich mich an die Bilder aus den Nachrichten. Menschen, die auf die Mauer kletterten, die sich dort oben lachend unter Tränen in den Armen lagen. Autokorsos, ein Trabi hinter dem anderen, tanzende Menschen, Wildfremde, die sich miteinander freuten. Eine Euphorie, die in großen Wellen aus dem Fernseher schwappte. Keine Schüsse. Zum Glück keine Schüsse, keine Panzer, keine Gewalt, um diese Freude zu zerstören.
Weil wir keine Verwandten "drüben" hatten, gab es für mich keine konkrete Vorstellung, wie es "in der Zone" aussah, wie die Menschen dort lebten. Alles nur Theorie, was man eben so gehört hatte. Keine Bananen, Mangelwirtschaft, Schlange stehen, improvisieren.
Die Mauer, Todesstreifen, Vopos mit Maschinenpistolen. Durchsuchte Autos, gelesene Briefe. Wer Verwandte besuchte, brachte Geschenke mit. Kaffee, vor allem Kaffee.
Die Vorstellung, das Land nicht einfach verlassen zu können in die Himmelsrichtung, in die man gerade möchte, ist für mich unfassbar.
Für die Generation, die den Krieg erlebt hat, musste das extrem schlimm sein. Den Krieg überstanden und dann eingemauert.
Die jungen Leute, die in diesem System aufwuchsen, wie haben sie die DDR empfunden? Sie hatten keine direkte Vergleichsmöglichkeit. Ging es ihnen, wie heute der Jugend, die nach dem Mauerfall geboren wurde und die DDR nur noch aus dem Geschichtsbuch kennen? Oder wurden sie getragen von den Erinnerungen und Erzählungen ihrer Eltern und Großeltern? Erhaschten sie Blicke auf den Westen im Fernsehen? Was für ein Mythos entstand dabei?
Wie sehr wurden die Menschen enttäuscht, nachdem die überschäumende Freude des 9. November abgeklungen war? Was trafen da für Welten aufeinander nach 40 Jahren Trennung? Und reichen nun 20 Jahre, um diese so unterschiedlichen Leben zusammenzuführen?
Mauerfall und Wiedervereinigung liefen in rasantem Tempo ab, die eigentliche Arbeit folgte dann in kleinen, in winzigen Schritten. Und der Weg ist noch weit, den alle vor sich haben. Vielleicht noch einmal 20 Jahre ...
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Uta-Traveller - 9. November, 20:01
Ihr Lieben!
Für uns geht es morgen früh in den 3-Wochen-Sommerurlaub. Ursprünglich wollten wir ja nach Dänemark und eine Jütland-Rundtour machen. Allerdings sieht es wettertechnisch im Norden für die nächste Woche übel aus: regnerisch und kalt. Also haben wir gestern Abend beschlossen, die Richtung zu ändern und fahren an die nordspanische Atlantikküste mit Schwerpunkt Galizien. Das ist schon länger ein Wunschziel, weil diese keltische Gegend so ganz anders sein soll als das übrigen Spanien.
Das Wohnmobil ist weitgehend gepackt, die Blumen sind gegossen und heute Abend hängen wir noch ein bisschen vor dem Fernseher. In den nächsten drei Wochen ist dann nix mit TV, aber das vermisse ich im Urlaub auch nicht. Den PC dann schon eher, weil mir der Kontakt zu euch schon ein bisschen fehlt. Aber das ist eben Urlaub.
Neben Reiseführer und Karten habe ich einen dicken Stapel Bücher eingepackt, Schreibzeug, Malzeug, Strickzeug und Fotoapparat. Mal sehen, wann ich wozu Lust habe. Ich werde es genießen, nichts wirklich zu müssen.
Liebe Grüße und bis Ende Juli,
Eure Uta
Uta-Traveller - 3. Juli, 19:58
In Nachrichten- und Magazinsendungen scheint es (fast) nur ein Thema zu geben. Den gestrigen Amoklauf in Winnenden bei Stuttgart.
Es werden Vergleiche gezogen zu Erfurt (2002) und Emsdetten (2006), "Täterprofile" werden dargestellt, Parallelen im Werdegang aufgezeigt. Immer wieder geht es um die so genannten "Ballerspiele", um Waffen, die im Elternhaus vorhanden sind (Jäger oder Sportschützen).
Und immer wieder tauchen die gleichen Forderungen auf:
- den Zugang zu (das Eindringen in) Schulen erschweren
- die Waffengesetze verschärfen
- Ballerspiele verbieten
Damit kann man meiner Meinung nach solche Taten nicht verhindern. Das wäre, als würde man bei einer Krankheit nur die Symptome aber nicht die Ursache bekämpfen.
Immer wieder wird nach der "Schuld" gefragt und oft die Schule, der Leistungsdruck etc. dafür verantwortlich gemacht. Als ob man sich selber dadurch aus der Verantwortung nehmen könnte.
Aber immer häufiger höre ich auch von Gewaltprävention. Und das ist für mich der sinnvolle Weg. Und dazu gehören ganz verschiedene Ansätze.
Einerseits ist es wichtig, gegen jede Art von Gewalt direkt und konsequent vorzugehen. Dazu muss natürlich der Blick offen sein, um schon die Ansätze z.B. von Mobbing zu erkennen. Und der Wille muss da sein sich einzumischen. Das gilt natürlich gerade für Lehrer, aber in deren Ausbildung wird dieser Bereich immer noch stiefmütterlich behandelt.
Andererseits müssen die Kinder und Jugendlichen gestärkt werden, müssen ihr Selbstbewusstsein entwickeln, um nicht Opfer zu werden. Außerdem müssen ihnen Werte vermittelt werden, damit sie nicht Täter werden.
Es gilt, die Gemeinschaft zu stärken und das Konkurrenzdenken, das in unserer Gesellschaft und eben auch in der Schule schon lange zunimmt, zurückzudrängen.
Ich weiß, das ist alles nichts Neues. Das ist auch alles sehr allgemein und stark vereinfacht. Aber es ist ein Ansatz, den es zu verfolgen gilt.
Der Verein
"Melle vernetzt e.V." ist ein gutes Beispiel dafür, dass es wichtig ist, an der Wurzel des Übels anzusetzen.
Hervorgegangen aus einer Elterninitiative, die für eine Grundschule ein Deeskalationstraining finanzieren wollte, hat sich ein breites Netzwerk zur Sucht- und Gewaltprävention gebildet.
Ich wünsche mir, dass es viele solcher Initiativen gibt, die sich der Vermeidung von Gewalt verschreiben. Zu Gewalt gehören natürlich auch verbale Angriffe und Mobbing.
Und ich wünsche mir, dass wir alle in unserem Alltag versuchen, aufmerksam mit unseren Mitmenschen umzugehen.
(Ihr merkt, mir ist zur Zeit übehaupt nicht nach Lyrik oder Limericks oder so. Vielleicht morgen wieder.)
Uta-Traveller - 12. März, 19:45
In Winnenden nördlich von Stuttgart hat heute Vormittag ein 17jähriger in einer Realschule ein Blutbad angerichtet. Er hat auf Schüler und Lehrer geschossen, ist geflüchtet (zu Fuß und mit einem Auto) und hat noch drei Passanten erschossen, bevor er bei einem Schusswechsel mit der Polizei starb.
16 Menschen hat er getötet (bisherige Bilanz, wenn nicht noch ein Verletzter sterben sollte). 16 Menschen, die ihm nichts getan haben.
Soweit ich nachlesen konnte, war er zu Schulzeiten unauffällig, hatte an der Realschule den Schulabschluss gemacht und eine Ausbildung angefangen.
Was treibt einen Menschen so weit, dass er kein anderes Ziel mehr hat, als Amok zu laufen?
Denn laut den Psychologen, die ich heute Mittag im Fersehen gehört habe, ist so etwas keine spontane Tat sondern eine lange vorbereitete, das Ende einer Entwicklung, auf das sich der Täter eingestimmt hat.
Woher kommt so viel Hass auf Menschen und so viel Selbsthass? Denn Selbstmord, bzw. getötet werden wollen gehört (ebenfalls laut Psychologen) auch zum Amok-Läufer-Bild dazu.
Ich bin erschüttert.
Uta-Traveller - 11. März, 16:47
Gerade hatten wir : Der Frühling ist gelb.
Ich habe eben eine neue Feststellung gemacht:
Der Modefrühling ist Krokus-Flieder-Lila.
Eine Farbe, die um sich greift. Innerhalb einer Stunde habe ich gerade im Fernsehen einen Moderator und zwei Moderatorinnen gesehen, deren Pullover bzw. Blusen in dieser Mischfarbe aus Blau und Rot strahlten.
Und wenn ich es recht bedenke: gestern Abend bei unserer SchreibWerkstatt trugen sowohl unsere Leiterin als auch ich Lila.
Was will uns diese Farbe sagen?
Violett - der Name stammt vom Veilchen, von der Viola. Lila dagegen vom arabischen Wort lilak, das Flieder bedeutet. Die Farbe symbolisiert das Geheimnisvolle und auch das Kreative. Und natürlich gehört die Farbe zur Frauenbewegung, zum Feminismus, weil die Mischung aus Rot und Blau für die Gleichberechtigung von Frau und Mann steht. (Nein, ich bin nicht so schlau, das alles und mehr kann man bei Wikipedia nachlesen.)
Ist mir eigentlich ziemlich egal, ich mag Lila. Ich mochte es schon als Kind sehr. Die violetten Filzstifte aus den Megapackungen waren bei mir immer als erstes leergemalt. Und ich erinnere mich, schon in der Grundschule einen lila Pulli gehabt zu haben. Ich weiß sogar noch, wie ich damals dazu gekommen bin.
Meine Mutter und ich stöberten in dem großen Bekleidungsgeschäft mit den zwei Buchstaben (nein, ich meine die vom Anfang des Alphabeths mit dem "&" dazwischen). Die Damenabteilung hatten wir abgegrast und wanderten nun in der Kinderabteilung von Ständer zu Ständer. Während meine Mutter nach einem Sommerrock suchte, entdeckte ich an einer Kleiderstange einen Pulli aus feinem, violettem Kräuselgarn ohne Ärmel, dafür mit einem kleinen Stehkragen. Und er hatte am unteren Rand zwei oder drei vergoldete Knöpfe aufgenäht. Ich nahm den Bügel von der Stange, hielt meinen Fund der Mutter entgegen und rief:
"Den da will ich!"
Kommentar meiner Mutter: "Ich bekomme auch nicht alles, was ich will."
Pädagogisch wertvoll, denn sie wollte ihr Einzelkind ja möglichst nicht verziehen, für mich jedoch eine Katastrophe.
"Aber der ist sooooo schön. Und der passt bestimmt. Und teuer ist er auch nicht."
Ich streckte ihr den Arm mit dem baumelnden Schatz entgegen, aber sie schüttelte den Kopf.
"Wir suchen erst mal einen Rock für dich."
Ein Rock interessierte mich jetzt überhaupt nicht, aber ganz diplomatisch zog ich keine Schnute, sondern versuchte mich für die Wahl meiner Mutter zu begeistern. Den Bügel mit dem Pulli ließ ich allerdings nicht los und schleppte ihn durch den halben Laden, als wir mit einem hellen Faltenrock zur Kasse gingen.
"Du hast den Pulli ja immer noch in der Hand", stellte meine Mutter fest. Ich nickte heftig.
"Und du ziehst ihn auch mehr als einmal an?" Wieder heftiges Nicken.
Meine Mutter grinste, legte den Pulli zum Rock auf den Tresen und bezahlte ihn.
Was aus dem Pulli geworden ist? Ich habe ihn getragen, so oft es nur ging. Ich habe ihn geliebt, vor allem die Farbe natürlich. Ich habe ihn erst zur Seite gelegt, als ich überhaupt nicht mehr hinein passte, weil ich zu groß geworden war. Vergessen habe ich diesen lila Sommerpulli allerdings nie.
Uta-Traveller - 6. März, 20:20
Nein, nicht Eulen auf Lärchen, Eulen und Lerchen mit "e".
Es geht um die zwei Vögel, mit denen man üblicherweise Nacht- und Tagmenschen beschreibt.
Die Feldlerche singt in den beginnenden Tag hinein, ein Frühaufsteher also. Die Eule dagegen ist ein Nachtvogel und wird erst munter, wenn alle anderen schon schlafen.
So wie die Tiere eine innere Uhr besitzen, haben auch wir Menschen eine. In einer Wissenschaftssendung gestern Abend habe ich gelernt, dass ihr Tag ungefähr 25 Stunden lang ist und der Mensch sich ständig mit dem Sonnentag synchronisieren muss, damit diese innere Uhr nicht aus dem Takt gerät.
Wann allerdings die innere Uhr auf "wach" und wann auf "schläfrig" gestellt ist, hängt vom individuellen Menschen ab. Die einen sind Lerchen, springen morgens frisch aus dem Bett und legen los mit ihrem Tagwerk. Abends sind sie dann früh reif fürs Bett, wenn die Eulen gerade langsam zu Hochform auflaufen.
Diese Extreme sind natürlich selten in Reinkultur vorhanden, die meisten Menschen haben Anteile beider "Vögel".
Natürlich bleibt bei solchen Informationen eine Frage nicht aus:
Was bin ich denn eigentlich? Eher Lerche oder eher Eule?
Mit dem Aufstehen am Morgen habe ich kaum Schwierigkeiten. Oft werde ich schon zwei, drei Minuten vor dem Wecker wach und schalte ihn ab, bevor er sich meldet. Das spräche für die Lerche.
Abends neige ich dazu, beim Schreiben am PC die Zeit zu vergessen und - schwupps - ist es spät geworden und ich bin noch hellwach. Da ist dann eher die Eule gefragt.
Vielleicht sollte man einen dritten Typ einführen: die Amsel. Die hört man schon in der Morgendämmerung singen und wenn der Tag sich neigt, sitzt sie immer noch auf der Hausecke und pfeift ihr Lied.
Ansonsten kann ich nur feststellen:
Auch hier wohnen mal wieder zwei Seelen in einer Brust.
Das Alltags-Ich ist eine Lerche, das Künstler-Ich eine Eule. Und beide vertragen sich in der Regel recht gut.
Uta-Traveller - 5. März, 19:26
Ein neues Jahr hat begonnen. Mit einer Schaltsekunde. Eine Sekunde zwischen den Jahren, die sonst nicht da ist. Ein Moment zum Innehalten.
Wozu braucht man diese Schaltsekunde eigentlich? Sie hat etwas zu tun mit unterschiedlichen Zeitrechnungen auf unserer Erde. Nein, nicht mit den Zeitzonen oder mit Kalendern, sondern mit der technischen und der alltäglichen Zeit.
Da ist auf der einen Seite die alte Definition der Sekunde, als ein Bruchteil (1:86400) des mittleren Sonnentages.
Und auf der anderen Seite steht die neue Definition der Sekunde über die Resonanz eines Cäsiumatoms.
Und weil die Erdrotation langsam aber ständig abgebremst wird - hauptsächlich aufgrund der Reibung, die durch die Gezeiten verursacht wird - ändert sich die Länge des mittleren Sonnentages und damit die Länge einer Sekunde nach der alten Definition. Also ergeben sich zwischen den beiden Zeitskalen Differenzen, die immer größer würden, wenn nicht ab und zu Schaltsekunden in unseren Tag eingefügt würden.
Wann diese Schaltsekunden nötig werden, kann man nur relativ kurzfristig bestimmen, denn die Abbremsung der Erdrotation ist unregelmäßig.
Und so hatten wir in der letzten Nacht zwischen altem und neuem Jahr eine Sekunde mehr. Ich hoffe, ihr habt sie genossen.
Auf ein gutes Jahr 2009 !
Uta-Traveller - 1. Januar, 19:28
Mal wieder kommt jemand auf mich zu und meint, einer müsse sich um das Thema XY kümmern. Dabei schaut er mich an, als wäre klar, dass ich dieser "einer" bin. Noch habe ich die Wahl, noch kann ich Nein sagen. Es liegt an mir, ob ich mir diesen Schuh anziehe.
Aufgaben sind wie Schuhe. Und jeder Mensch hat einen ganzen Schrank voll mit ihnen.
Da sind die Hausschuhe, nicht besonders attraktiv, aber sie gehören zum Alltag und werden ohne langes Nachdenken übergestreift.
In die leichten Slipper rutscht der Fuß glatt hinein, sie sind bequem, die Sohle griffig. Wir fühlen uns wohl mit ihnen, tragen sie gerne.
Die unförmigen mit dem gesunden Fußbett glaube ich anziehen zu müssen. Die Pumps mit den hohen Absätzen dagegen habe ich mir freiwillig ausgesucht. Unsicher stöckele ich auf ihnen daher, zu ungewohnt, zu glatt das Parkett.
Manche Schuhe drücken ein wenig, erzeugen Blasen an der Ferse, wenn sie lange nicht getragen wurden, aber man gewöhnt sich wieder daran.
Unser Schuhschrank ist eigentlich immer zu voll. Von Zeit zu Zeit sollten wir eine Bestandsaufnahme machen. Wir sollten die Schuhe aussortieren, die wir nicht mehr tragen wollen oder tragen können.
Und wir sollten ab und zu Nein sagen, wenn jemand uns ein neues Paar andrehen will.
Uta-Traveller - 22. November, 20:08
... geht um. Bei
wortmeer habe ich sie zuerst gesehen, dann auch bei anderen. Und jetzt hat es mich angesteckt.
Ich habe im Bücherregal gestöbert und festgestellt, dass viele Titel nicht wirklich dazu taugen. Aber einige passten dann doch zusammen.
Supergute Tage (Mark Haddon)
Wie wilder Wein (Joanne Harris)
Gewagtes Spiel (Martha Grimes)
Kassandra (Christa Wolf)
Belishs Garten (Lilian Noetzel)
Rubinroter Dschungel (Rita Mae Brown)
Projekt Schlaraffenland (Hanne Tügel)
Vive la fête (Peter Mayle)
Der Plan von der Abschaffung des Dunkels (Peter Hoeg)
Menschensöhne (Arnaldur Indriđason)
Unterm Rad (Hermann Hesse)
Nur nicht unsichtbar werden (Nuala O'Faolain)
Sein wie das Leben (Nuala O'Faolain)
Das Lächeln des Harlekins (Joanne Harris)
Fünf Viertel einer Orange (Joanne Harris)
Leben heißt frei sein (Benoîte Groult)
Uta-Traveller - 16. November, 20:14
Ich werde heute ganz leise sein, werde nicht schreien, sondern flüstern. Und ich hoffe, ihr hört mich trotzdem.
Trotz all der lauten Geräusche um euch herum, Motorenheulen, Handydudeln, Musikberieselung. Umweltgeräusche eben, denen wir kaum entgehen können. Umweltgeräusche, die uns drangsalieren, die an unseren Nerven zerren, die uns krank machen können. Lärm ist akustische Umweltverschmutzung!
Heute ist der
Internationale Tag gegen den Lärm (der 11., wenn ich richtig gezählt habe). Ein Tag, an dem mit Aktionen auf die steigende Belastung durch Lärm aufmerksam gemacht wird.
Aufgrund einer Umgebungslärmrichtlinie werden Lärmkarten erstellt, wird die Bevölkerung aufgeklärt über die gesundheitlichen Risiken von Lärm, soll Lärmbelastung verhindert oder wenigstens gemindert werden.
Ich genieße, dass ich in einer ländlichen Region wohne, selbst bei offenen Fenstern wenig Straßenlärm zu uns dringt. Vogelzwitschern und Kinderlachen empfinde ich als freundliche Geräusche. Der Lüfter meines Computers auf dem Schreibtisch surrt nur leise und kein Radio plärrt durch die Zimmer. Das Klacken der Tastatur ist wohl das Lauteste, das momentan um mich ist.
Der Wechsel ist mir wichtig. Wenn ich Musik höre, dann darf sie gerne laut sein, egal ob Bon Jovi oder Cat Stevens. Wenn ich koche, bläst die Dunstabzugshaube, ich klappere mit den Töpfen und höre Nachrichten im Radio. Aber zwischendurch brauche ich die Stille, damit die Ohren sich erholen können. Und dann nehme ich sogar die leisen Katzenpfoten wahr, die sich anschleichen.
Wie sehr seid ihr von Lärm belastet? Wie geht ihr damit um?
Uta-Traveller - 16. April, 19:49