Schlaglichter

Samstag, 26. Februar 2011

Zu Hause in Venedig

Vor zwei Wochen gab es im Fernsehen einen Dokumentarfilm, der mich als Krimi-Fan begeistert hat:

"Donna Leon - Abenteuer einer Krimi-Lady"

Die amerikanische Autorin lebt seit 1981 in Venedig, nachdem sie ihre Heimat New Jersey 1965 verlassen hatte und beruflich auf der ganzen Welt tätig war. Sie studierte in Italien, arbeitete als Reiseleiterin, Werbetexterin und lange Zeit als Lehrerin unter anderem in der Schweiz, im Iran, in China und Saudi Arabien, bis es sie nach Italien zurückzog.
Sie erzählt in dem Dokumentarfilm von ihrem Leben, ihren Erfahrungen und dem Zufall, der sie zur Krimiautorin gemacht hat.
Die warme, lebendige Atmosphäre des Films, die Passagen, in denen Donna Leon mit viel Humor von sich erzählt, die Bilder von Venedig - das alles hat mich gefangen genommen.

Ich habe ihre Kriminalromane alle zuhause im Bücherregal stehen. Eine Freundin hat mich vor vielen Jahren auf die Autorin aufmerksam gemacht, und gleich auf den ersten Seiten des ersten Romans hat mich Donna Leon gepackt. Ich mag Commissario Brunetti und seine Denkweise. Ich mag es, wie die Krimihandlung mit dem Leben in Venedig verknüpft wird. Und ich liebe es zu lesen, wie Brunetti mit seiner Familie ein italienisches Mittagessen genießt.

Die Romane haben mein Bild von Venedig geprägt. Und ich wollte damals unbedingt die Stadt in der Lagune sehen, um dieses Bild zu bestätigen oder zu widerlegen.
Ein Frühjahrsurlaub mit dem Wohnmobil brachte uns dann in die Nähe und vom Campingplatz aus konnten wir mit dem Boot die Stadt von ihrer schönsten Seite erreichen. Einen Tag (leider nur einen) haben wir dort verbracht, sind durch die Gassen von Platz zu Platz gebummelt, haben in einem kleinen Lokal zu Mittag gegessen und die Atmosphäre abseits der Touristenmassen genossen.
Und Venedig zeigte sich genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Der Film hat meine Sehnsucht "La Serenissima" wiederzusehen angefacht. Wer weiß, vielleicht treibt uns unsere Reiselust ja in diesem Jahr nach Venedig.
Auf jeden Fall aber lohnt es sich, den Filmbericht über Donna Leon anzuschauen, wenn er mal wieder im Fernsehen kommt.
Die letzte Ausstrahlung war hier.

Samstag, 12. Februar 2011

Immer am Zwölften

Wenn man in einer ländlichen Region lebt, ist "Kultur" nicht ganz so erreichbar wie in der Stadt. Aber es gibt sie, es gibt eine ganze Reihe Initiativen - viele auch ehrenamtlich - die sich der Kultur, der Kunst verschrieben haben. Heute durfte ich eine kennenlernen, die schon seit gut fünfzehn Jahren existiert und Gäste über die Stadtgrenzen hinaus anzieht:
den Kulturpunkt Wipperfürth.

In Wipperfürth, einer Kleinstadt im Oberbergischen Land, funktionierte Mirza Atug 1995 seine Garage um, quartierte das Auto aus und die Kunst ein. "Mirza's Kulturgarage" musste 2001 aus baurechtlichen Gründen schließen, die Stadt Wipperfürth vermittelte und in Räumlichkeiten, die eine Firma zur Verfügung stellt, hat stattdessen der "Kulturpunkt Wipperfürth" eine Heimat gefunden.
Im letzten Jahr feierte diese Kultureinrichtung, die von Mirza Atug und seiner Familie mit viel Engagement und rein ehrenamtlich betrieben wird, ihr 15jähriges Jubiläum. An jedem Zwölften des Monats findet hier eine Ausstellung statt, meist begleitet von einer Lesung oder einem Konzert.

Heute gab es unter dem Titel "Tägliche Schönheit" farbenfrohe Fotografien zu sehen. Der Fotograf, Dr. Bernhard Kleibrink (Historiker und Lehrer) hat einen Blick für Menschen und Situationen. Dazu las seine Frau Dorothee Gedichte und die Tochter von Mirza Atug kurze Prosa ihres Vaters. Einige Specksteinskulpturen von Mirza ergänzten die Ausstellung.
Zu einem Event im Kulturpunkt gehört auch Essen und Trinken. Mercide Atug, Mirzas Frau, kümmert sich liebevoll um das Wohl der Gäste. Sekt, Saft und Tee, dazu kleine Leckereien wie Frikadellen und gefüllte Weinblätter, Teigtaschen mit Schafskäse, Oliven und Salat. Und wer lieber Süßes mag ein Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee.
Eine familiäre Atmosphäre lädt zum Verweilen und miteinander Erzählen ein. Zum ersten Mal dort, habe ich mich sofort wohl gefühlt. Danke Mirza !

Kulturpunkt Wipperfürth

Mittwoch, 2. Februar 2011

Lichtmess - Ende und Anfang

40 Tage nach Weihnachten. Das Ende der Weihnachtszeit (auch wenn wir heute meist am Drei-Königstag die Weihnachtsdekoration entsorgen).

40 Tage ab der Geburt eines Jungen (bei Mädchen sogar 80 Tage) galt eine jüdische Frau als unrein; danach durfte sie den Tempel wieder betreten. Das erstgeborene Kind wurde als Eigentum Gottes angesehen und im Tempel übergeben, anschließend aber gleich durch ein Opfer wieder ausgelöst.

Die Tage werden jetzt deutlich länger, was in "heidnischen" Zeiten als Imbolgsanfang gefeiert wurde.

Lichtmess war außerdem der Beginn des Bauernjahres. Dienstboten erhielten noch ausstehenden Lohn und konnten sich entscheiden, ob sie bei ihrem Dienstherrn bleiben oder einen neuen suchen wollten.

Und wenn man alten Bauernregeln glaubt, dann ist Sonnenschein an diesem Tag ein Zeichen dafür, dass der Winter noch lange bleibt. Fällt hingegen Schnee, wird der Frühling bald kommen.

Das versöhnt mich mit den Anblick, den unser Garten am Morgen bot:
Etwa drei Zentimeter Schnee auf Wegen und Wiese, auf Dächern, Büschen und kahlen Bäumen. Und das, nachdem ich am Sonntag den ersten Krokus an einer geschützten Stelle habe blühen sehen.

Dienstag, 11. Januar 2011

Ich prokrastiniere !

Ich sehe schon eure Gesichter vor mir, die offenen Münder, die riesigen Fragezeichen in den Augen. Und das leichte Stottern, wenn ihr versucht, das Wort laut auszusprechen.
Pro-kra-sti-nie-ren. Ich hab's auch einige Male üben müssen. Pro-kra-sti-nie-ren, pro-krasti-nieren, prokrastinieren. Inzwischen läuft es mir flüssig von der Zunge.

Was das heißt? Entschuldigung, ist ja nicht jeder ein alter Lateiner. Gut, ich habe auch das meiste vergessen, aber dass "pro" soviel wie "für" bedeutet (siehe pro und contra) und "cras" das lateinische Wort für "morgen" ist, konnte ich noch aus den letzten Hirnwindungen heraus kitzeln. Und in dem Buch, in dem ich dieses Wort kennengelernt habe, waren die Autoren außerdem so freundlich, eine Übersetzung anzubieten:
Prokrastinieren meint "für morgen lassen". Es geht also ums Verschieben, klingt aber besser.

In diesem Buch, dass ich vor ein paar Tagen empfohlen habe, habe ich gelernt, dass Verschieberitis keine Krankheit ist sondern genetisch bedingt (oder zumindest unterstützt). Die meisten von uns prokrastinieren - die einen mehr, die anderen weniger, jeder auf seinem speziellen Gebiet. Wir können nicht immer alles sofort erledigen, dazu sind die Anforderungen in unserer heutigen Welt einfach zu vielfältig und zu viel geworden.
Und was ich am besten finde: Man sollte deshalb kein schlechtes Gewissen haben. In zahlreichen Fällen hat Abwarten einen positiven Effekt: Manches erledigt sich von selbst, außerdem vermeidet man massenhaft Fehler.

Inzwischen wird dieses Phänomen sogar wissenschaftlich erforscht, hunderte Studien suchen nach den Ursachen der Prokrastination. Und es gibt eine ganze Reihe - zum Teil sich widersprechender - Theorien dazu.

Mir ist das ziemlich egal. Ich freue mich einfach über das Wort, das sich so schön hochgestochen anhört. Und darüber, dass ich jetzt eine ganze Menge fürs Weblog produziert habe, obwohl ich vorhin noch keine Ahnung hatte, was ich schreiben sollte.

Mittwoch, 21. Juli 2010

Immer wieder Neues

Heute Nachmittag hatte ich den Fernseher an. Den kleinen in der Küche. Weil ich die Küche geputzt habe, und zwar gründlich. Schränke innen und Schränke außen, Regale und Zimmerecken und zum Schluss den Fußboden. Irgendwann muss man das ja mal machen. Und heute hat es mich gepackt.
Aber das tut nichts zur Sache, ist nur unwichtiger Hintergrund.

Ich habe den Fernseher angeschaltet und bin beim SWR-Fernsehen auf die Sendung "Planet Wissen" gestoßen. Die gibt es regelmäßig, aber sonst muss ich um diese Zeit arbeiten.
Also: Planet Wissen. Heute ging's um unsere Nerven. Ein Neurologe aus Hamburg war im Studio, ergänzte mit seinen - gut verständlichen - Erklärungen die Filmbeiträge. Er hat mit einer verblüffenden Studie eine ganz neue Erkenntnis über unser Gehirn nachweisen können.

Unser Hirn ist plastisch!

Und damit ist jetzt nicht die weiche Masse gemeint, die von unseren Schädelknochen geschützt wird. Sondern die Fähigkeit des Gehirns.
Es kann wachsen, und zwar nicht nur im Kleinkindalter. In jedem Alter! Ist das nicht genial?

Wachsen heißt in diesem Fall nicht, dass sein Volumen sich vergrößert. Dann würde es im Schädel zu eng werden oder wir bekämen irgendwann Köpfe wie Marsmännchen aus Science-fiction-Filmen. Aber mit den Nervenzellen in eng umgrenzten Bereichen passiert etwas, das auf einem "Gehirnscan" zu erkennen ist. Und zwar immer dann, wenn wir Neues lernen.
Wenn wir über einen gewissen Zeitraum - in der Studie waren es drei Monate - eine neue Fertigkeit üben (zum Beispiel Jonglieren), dann werden im Gehirn in den Bereichen, die für diese Fertigkeit zuständig sind, neue Nervenzellen und Verbindungen gebildet. Und das ist eben nicht vom Alter abhängig. Das geht auch noch mit fünfzig, sechzig, siebzig, wahrscheinlich so lange wir leben.
Nutzen wir die neuen Fertigkeiten anschließend nicht mehr, werden diese neuen Zellen allerdings auch wieder abgebaut; das Gehirn reagiert dabei wie ein Muskel.

Also, ihr Lieben, bleibt neugierig. Versucht, immer wieder dazu zu lernen. Probiert Neues aus, es ist nie zu spät. Und ihr tut eurem Gehirn damit etwas richtig Gutes!!

Samstag, 5. Juni 2010

Ausmisten auswärts

Ich habe mich ja schon öfter mit dem Thema "Aufräumen und Ausmisten" beschäftigt, zuletzt hier. Dabei ging es immer um das Ausdünnen eigener Bestände. Heute haben Schatz und ich das mal anders gemacht.
Im Fernsehen gab es vor einiger Zeit einen Bericht über ein Paar, dass sich mit einem Service selbständig gemacht hat, anderen beim Ausmisten zu helfen, bei der Organisation der häuslichen Ordnung. Ich verstehe die beiden jetzt gut. Bei anderen ist das nämlich einfacher.

Heute waren wir zu Besuch bei der Schwiegermutti (84). Die hat sich vor ein paar Wochen für eine Altenwohnung vormerken lassen, Wartezeit unbestimmt, kann ein halbes oder drei Jahre dauern.
Sie stöhnte nach dem Kaffeetrinken, dass sie die Schränke ja viel zu voll habe. Das könne sie ja gar nicht alles mitnehmen, wenn sie irgendwann umziehe. Und wollte mir nur etwas im Schlafzimmerschrank zeigen.
Sie schob die Tür auf und wies auf das Fach ganz oben: dicht gestopft mit Schlafanzügen, Nachthemden auf der einen, Decken und Deckchen auf der anderen Seite. Schwiegermutti ist klein, kommt nur mit ausgestreckten Armen an das Fach. Auf eine Trittleiter traut sie sich nicht mehr, weil ihr schnell schwindlig wird. Also muss sie die Wäsche von unten irgendwie in das Fach schubsen, ordentlich stapeln geht gar nicht. Das ärgert sie natürlich.
Wir haben uns angeschaut und ich habe gefragt: Wann wollen wir das denn anpacken? Und dann haben Schatz und ich das Fach leer geräumt – nein, wir brauchen keine Leiter – und alles aufs Bett gehäuft. Was hatten wir für eine Spaß, weil Schwiegermutti Dinge entdeckte, die sie schon seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hatte. Wir haben sortiert, gestapelt und ganz viel in einen großen, blauen Müllsack gesteckt.
Ich habe dabei so etwas wie den Advocatus Diaboli gespielt. Habe jedes Mal gefragt: Wann hast du das zum letzten Mal benutzt? Wann wirst du das benutzen? Wofür brauchst du das? Je nach Antwort kam das Teil auf einen ordentlichen Stapel oder in den Sack.
Am Ende war das Schrankfach übersichtlich gefüllt, den vollen Sack haben wir zugebunden und gleich mitgenommen, als wir nach Hause gefahren sind.
Schwiegermutti war glücklich und beim nächsten Besuch nehmen wir uns das nächste Fach vor.
Ich glaube, zu Hause muss ich das auch mal wieder machen.

Mittwoch, 5. Mai 2010

Die Wissenschaft vom Glück

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Gestern Abend habe ich eine spannende dreiviertel Stunde mit dem WDR-Fernsehen verbracht. Ranga Yogeshwar präsentiert dienstags um 21.00 Uhr die Sendung "Quarks & Co", die sich mit den unterschiedlichsten Themen beschäftigt.
Diesmal stellte er die Frage: Was macht glücklich? Die Antworten waren vielseitig und zum Teil überraschend.

Ein schweizer Glücksforscher setzt auf die Befragung tausender von Testpersonen. Einerseits werden Daten zur persönlichen Situation, zu Beruf, Einkommen, Wohnort etc. erhoben, andererseits müssen sie ihre Zufriedenheit mit dem Leben auf einer Skala von eins bis zehn einordnen. Die Auswertung ergibt eine Reihe von Faktoren, die für persönliches Glücklichsein wichtig sind.

Das kleine Land Bhutan im Himalaya hat das "Bruttonationalglück" als Staatsziel in der Verfassung festgeschrieben. Über die Glücksvorstellungen dort wurde mit farbenfrohen Bildern berichtet.

Der Begriff "Flow" stammt aus den 1970er-Jahren und ist eine Form von Glück, bei der man so in die momentane Tätigkeit vertief ist, dass man quasi zeitlos wird. Auch dazu ein kurzer Bericht.

Was Glücksgefühle im Körper bewirken, wie sie sich positiv auswirken auf die Gesundheit, wurde betrachtet, genau wie die Möglichkeit, Glück zu "lernen", nämlich als Schulfach.

Auf einer Weltkarte des Glücks liegt Deutschland auf dem (wenn ich mich richtig erinnere) 22. Platz. Die ersten Plätze werden eingenommen von Island (Platz 3), Dänemark (Platz 2) und an der Spitze Costa Rica. Verblüffend, oder?

Wer mehr zum Thema Glück wissen möchte, kann hier nachlesen und einige Videos der Sendung anschauen:
Glücksforschung

Montag, 9. November 2009

Ein neuer Blick auf diesen Tag

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Bis vor 20 Jahren dachten die meisten beim Datum "9. November" an die sogenannte Reichskristallnacht, die Nacht im Jahr 1938, in der jüdische Einrichtungen zerstört und viele Juden verletzt oder ermordet wurden.
Dann kam das Jahr 1989 und der Eiserne Vorhang riss auf, zuerst an der ungarisch-österreichischen Grenze und dann, am Abend des 9. Novembers, an der deutsch-deutschen Grenze: Die Berliner Mauer öffnete sich.

Zwanzig Jahre sind eine lange Zeit, fast mein halbes Leben. Und doch erinnere ich mich an die Bilder aus den Nachrichten. Menschen, die auf die Mauer kletterten, die sich dort oben lachend unter Tränen in den Armen lagen. Autokorsos, ein Trabi hinter dem anderen, tanzende Menschen, Wildfremde, die sich miteinander freuten. Eine Euphorie, die in großen Wellen aus dem Fernseher schwappte. Keine Schüsse. Zum Glück keine Schüsse, keine Panzer, keine Gewalt, um diese Freude zu zerstören.

Weil wir keine Verwandten "drüben" hatten, gab es für mich keine konkrete Vorstellung, wie es "in der Zone" aussah, wie die Menschen dort lebten. Alles nur Theorie, was man eben so gehört hatte. Keine Bananen, Mangelwirtschaft, Schlange stehen, improvisieren.
Die Mauer, Todesstreifen, Vopos mit Maschinenpistolen. Durchsuchte Autos, gelesene Briefe. Wer Verwandte besuchte, brachte Geschenke mit. Kaffee, vor allem Kaffee.

Die Vorstellung, das Land nicht einfach verlassen zu können in die Himmelsrichtung, in die man gerade möchte, ist für mich unfassbar.
Für die Generation, die den Krieg erlebt hat, musste das extrem schlimm sein. Den Krieg überstanden und dann eingemauert.
Die jungen Leute, die in diesem System aufwuchsen, wie haben sie die DDR empfunden? Sie hatten keine direkte Vergleichsmöglichkeit. Ging es ihnen, wie heute der Jugend, die nach dem Mauerfall geboren wurde und die DDR nur noch aus dem Geschichtsbuch kennen? Oder wurden sie getragen von den Erinnerungen und Erzählungen ihrer Eltern und Großeltern? Erhaschten sie Blicke auf den Westen im Fernsehen? Was für ein Mythos entstand dabei?
Wie sehr wurden die Menschen enttäuscht, nachdem die überschäumende Freude des 9. November abgeklungen war? Was trafen da für Welten aufeinander nach 40 Jahren Trennung? Und reichen nun 20 Jahre, um diese so unterschiedlichen Leben zusammenzuführen?

Mauerfall und Wiedervereinigung liefen in rasantem Tempo ab, die eigentliche Arbeit folgte dann in kleinen, in winzigen Schritten. Und der Weg ist noch weit, den alle vor sich haben. Vielleicht noch einmal 20 Jahre ...

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Freitag, 3. Juli 2009

Ab geht's in den Urlaub

Ihr Lieben!

Für uns geht es morgen früh in den 3-Wochen-Sommerurlaub. Ursprünglich wollten wir ja nach Dänemark und eine Jütland-Rundtour machen. Allerdings sieht es wettertechnisch im Norden für die nächste Woche übel aus: regnerisch und kalt. Also haben wir gestern Abend beschlossen, die Richtung zu ändern und fahren an die nordspanische Atlantikküste mit Schwerpunkt Galizien. Das ist schon länger ein Wunschziel, weil diese keltische Gegend so ganz anders sein soll als das übrigen Spanien.

Das Wohnmobil ist weitgehend gepackt, die Blumen sind gegossen und heute Abend hängen wir noch ein bisschen vor dem Fernseher. In den nächsten drei Wochen ist dann nix mit TV, aber das vermisse ich im Urlaub auch nicht. Den PC dann schon eher, weil mir der Kontakt zu euch schon ein bisschen fehlt. Aber das ist eben Urlaub.

Neben Reiseführer und Karten habe ich einen dicken Stapel Bücher eingepackt, Schreibzeug, Malzeug, Strickzeug und Fotoapparat. Mal sehen, wann ich wozu Lust habe. Ich werde es genießen, nichts wirklich zu müssen.

Liebe Grüße und bis Ende Juli,
Eure Uta

Donnerstag, 12. März 2009

Wie soll es weitergehen?

In Nachrichten- und Magazinsendungen scheint es (fast) nur ein Thema zu geben. Den gestrigen Amoklauf in Winnenden bei Stuttgart.
Es werden Vergleiche gezogen zu Erfurt (2002) und Emsdetten (2006), "Täterprofile" werden dargestellt, Parallelen im Werdegang aufgezeigt. Immer wieder geht es um die so genannten "Ballerspiele", um Waffen, die im Elternhaus vorhanden sind (Jäger oder Sportschützen).
Und immer wieder tauchen die gleichen Forderungen auf:
- den Zugang zu (das Eindringen in) Schulen erschweren
- die Waffengesetze verschärfen
- Ballerspiele verbieten

Damit kann man meiner Meinung nach solche Taten nicht verhindern. Das wäre, als würde man bei einer Krankheit nur die Symptome aber nicht die Ursache bekämpfen.

Immer wieder wird nach der "Schuld" gefragt und oft die Schule, der Leistungsdruck etc. dafür verantwortlich gemacht. Als ob man sich selber dadurch aus der Verantwortung nehmen könnte.

Aber immer häufiger höre ich auch von Gewaltprävention. Und das ist für mich der sinnvolle Weg. Und dazu gehören ganz verschiedene Ansätze.

Einerseits ist es wichtig, gegen jede Art von Gewalt direkt und konsequent vorzugehen. Dazu muss natürlich der Blick offen sein, um schon die Ansätze z.B. von Mobbing zu erkennen. Und der Wille muss da sein sich einzumischen. Das gilt natürlich gerade für Lehrer, aber in deren Ausbildung wird dieser Bereich immer noch stiefmütterlich behandelt.
Andererseits müssen die Kinder und Jugendlichen gestärkt werden, müssen ihr Selbstbewusstsein entwickeln, um nicht Opfer zu werden. Außerdem müssen ihnen Werte vermittelt werden, damit sie nicht Täter werden.
Es gilt, die Gemeinschaft zu stärken und das Konkurrenzdenken, das in unserer Gesellschaft und eben auch in der Schule schon lange zunimmt, zurückzudrängen.

Ich weiß, das ist alles nichts Neues. Das ist auch alles sehr allgemein und stark vereinfacht. Aber es ist ein Ansatz, den es zu verfolgen gilt.
Der Verein "Melle vernetzt e.V." ist ein gutes Beispiel dafür, dass es wichtig ist, an der Wurzel des Übels anzusetzen.
Hervorgegangen aus einer Elterninitiative, die für eine Grundschule ein Deeskalationstraining finanzieren wollte, hat sich ein breites Netzwerk zur Sucht- und Gewaltprävention gebildet.

Ich wünsche mir, dass es viele solcher Initiativen gibt, die sich der Vermeidung von Gewalt verschreiben. Zu Gewalt gehören natürlich auch verbale Angriffe und Mobbing.
Und ich wünsche mir, dass wir alle in unserem Alltag versuchen, aufmerksam mit unseren Mitmenschen umzugehen.

(Ihr merkt, mir ist zur Zeit übehaupt nicht nach Lyrik oder Limericks oder so. Vielleicht morgen wieder.)

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