nicht ganz ernst

Montag, 8. November 2010

zur Mitte

.
finden einen Weg
bahnen im Alltag
zwischen Küche und
Schreibtisch nicht
verloren gehen

Augen schließen für
eine Weile
dem eigenen Atem
lauschen dem Herzschlag
zeitfrei


.

Donnerstag, 28. Januar 2010

Winterspiele

.
Vom Himmel rieselt immer wieder,
was man die weiße Pracht nennt, nieder.
Als Kind hat uns der Schnee gelockt,
kam er aus Wolken ausgeflockt.

Zum Schlittenhang sind wir gezogen
und abwärts Mal um Mal geflogen,
bis Hände, Füße kalt wie Eis.
Danach einen Kakao - sehr heiß.

Kaum hatten wir uns aufgewärmt,
sind wir von neuem ausgeschwärmt,
um Schneemännern und -frauen eben
ein zeitbegrenztes Sein zu geben
mit Topf, Karotte, langem Schal.

Erinnerung - es war einmal.

Wenn heute nun auf meine Welt
die weiße Winterdecke fällt,
bleib ich in meiner Stube dann
und schau sie mir durchs Fenster an.

Schon möglich, dass ich dieser Tage
mal einen Schneespaziergang wage.
Bewegung ist ungemein wichtig,
auch frische Luft ist gut und richtig.

Doch bin ich erst rundum zufrieden,
wenn wieder Frühling lacht hienieden.

.

Freitag, 13. November 2009

Herbstgedanken

.
Im Geäst ein letzter Apfel
schrumpelt schimmlig vor sich hin.
Ach, wie bin ich froh, dass ich kein
Schimmel-Schrumpel-Apfel bin.

Auch wenn meine Haut im Ganzen
ihre Spannkraft leicht verlor,
komme ich mir dieser Tage
immer noch recht knackig vor.

Häufen sich die Falten und ich
gehe langsam aus der Form,
setze ich auf inn're Werte.
Hebt die Stimmung ganz enorm.
.

Mittwoch, 26. August 2009

Er.schöpft

.
Die Kreativität geht heute baden.
Kopfüber stürzt sie sich ins kühle Meer.
Das reicht ihr leider nur bis zu den Waden,
drum schmerzt ihr Schädel jetzt natürlich sehr.

Sie hält ihn fest mit beiden linken Händen,
verdreht die Augen, schielt mich fragend an,
und ihre kreisenden Pupillen senden
Signale, ob ich ihr nicht helfen kann.

Ihr Hirn sei völlig leer, sie könne heute
- und keine Ahnung für wie lange noch -
nicht einen Einfall schaffen. Und der Leute
Erwartungen, die seien schließlich hoch.

Ich glaub' es kaum, dass andere sich brüsten
mit Geistesblitzen, die sie nie erzeugt.
Da sollte mancher Mensch sich laut entrüsten,
der seine Knie vor den Genies gebeugt.

Lass sie doch einfach mal im Dunkeln sitzen,
beschwichtige ich Kreativität,
und lass sie die Ideen selber schwitzen,
dann lernen sie mal endlich, wie das geht.
.

Freitag, 14. August 2009

Zurück.bleiben



der Bahnsteig leer
gefegt und still
für einen Moment
ehe der Zug
abfährt
ohne dich

schau
auf die Uhr
es wird ein
neuer Zug
kommen

Mittwoch, 24. Juni 2009

unüberhörbar

.
Ein Mensch will hoch und heilig schwören,
er kann den Garten sprechen hören.
Im Winter flüstert Wiesengras,
es sei so kalt und pitschenass.
Und Tulpen würden leise fluchen,
wenn sie den Weg ans Licht sich suchen.
Die Federnelken wiegen sich
im Wind und kichern fürchterlich,
derweil die Pfingstrosen voll Güte
stumm lächelnd neigen ihre Blüte.

Doch was der Mensch zuletzt vernommen,
hat ihm den Atem fast genommen.
Von seinen Stauden klingt ein Stöhnen,
weil Unkräuter sie laut verhöhnen.
Der Hahnenfuß macht sich zur Zeit
zwischen den Rosen mehr als breit.
Springkraut hüpft frech in jedes Beet,
was gärtnerisch ja gar nicht geht.
Der hohe Phlox fühlt sich bedrängt,
wenn Zaunwinde schwer an ihm hängt.

Das alles kommt nicht über Nacht.
Im Garten seine Zeit verbracht
hat unser Mensch schon lang nicht mehr.
Er schämt sich dafür denn auch sehr,
zieht gleich die grüne Hose an,
geht mit Elan das Unkraut an.
Er rupft und schneidet, hackt und schon
hört er erfreut der Arbeit Lohn:
Um ihn herum erklingen wieder
ganz zart die Blumen-Sommerlieder.

.

Donnerstag, 14. Mai 2009

Limerick 08/2009

Ein Seiltänzer aus der Provence
fiel hoch in der Luft fast in Trance.
So ganz in Gedanken
kam er schwer ins Schwanken
und fand eben noch die Balance.

Dienstag, 17. März 2009

Frühlingsgefühlt

.

Wenn die Bienen und die Hummeln
nektarsuchend blütenbummeln,
auf den Krokuskelchen landen,
Halt nur heftig schwankend fanden,

wenn auf Leitungen und Kabeln
in der Höhe Krähen schnabeln,
Meisen helle Arien singen,
Amseln sich ein Ständchen bringen,

wenn der Kater mit der Katze
auf der grünen Moosmatratze,
weiß ich, dass der Wettermann
jetzt den Frühling melden kann.

.

Mittwoch, 4. Februar 2009

Trommelwirbel

Begleitet habe ich den Meinen
durch langen Arbeitstages Mühn,
jetzt liege ich erschlafft am Boden
und sehe ihn von dannen ziehn.

Er hat mich einfach abgelegt,
als ob zu gar nichts ich mehr tauge.
Verschwitzt, zerknautscht und ungepflegt,
ich sehne mich nach Badelauge

und träume dem Moment entgegen,
an dem du wärmend mich empfängst.
Du wirst im Rhythmus dich bewegen,
wenn du mich in den Armen schwenkst.

Der Tanz beginnt mit sanftem Wiegen,
doch bald beschleunigt unser Schritt.
Ich fühle mich, als würd' ich fliegen.
Ein wohlig wilder Wasserritt.

Mal rechts, mal links drehn unsre Kreise,
bis dann das kleine Licht erlischt.
Ich danke dir. Auf diese Weise
hast du mich fasertief erfrischt.

Freitag, 30. Januar 2009

Entfaltung

Ein Mensch kann sich beim Hemden-Bügeln
in einer Fensterscheibe spiegeln.
Er bügelt hin und bügelt her
und überlegt, wie es denn wär',
per Dampfbügeln die Mimikfalten
wie die im Hemd im Zaum zu halten.

Er würde wöchentlich beim Plätten
auch sein Gesicht ganz einfach glätten.
Er könnte ohne Hemmung schmunzeln,
die Stirn verlöre ihre Runzeln,
die Augen das Plissée rundum.
Da wäre jedes Lifting dumm.

Jetzt wird es noch ein Stück verzwackter:
Wo bleibt bei all dem der Charakter?
Die Fältchen, die gehören eben
zu einem reichen Menschenleben,
und unser Mensch - kann ich berichten -
will auf die seinen nicht verzichten.

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